Ungewöhnliche Konzertstätten – hier die Jesinger Werkhalle beim Abschlusskonzert 2018 – gehören zum Konzept. Foto: Podium

Mittlerweile sind die Macher des Podium-Festivals europaweit mit ihren Musik-Ideen und Konzerten unterwegs. Ihre Basis vergessen sie jedoch nicht – und laden vom 2. bis zum 11. Mai nach Esslingen ein. Jetzt beginnt der Vorverkauf.

Esslingen - Für musikalische Überraschungen und die Verwirklichung ungewöhnlicher Ideen ist Steven Walter bekannt. Zusammen mit seinem Team wird der künstlerische Leiter des Esslinger Podium-Festivals auch bei der mittlerweile elften Ausgabe des international renommierten und vielfach preisgekrönten Musikfestivals diesem Ruf gerecht. „Das Festival ist ein Schaufenster für das, was wir europaweit tun“, sagt Walter.

Wenn vom 2. bis zum 11. Mai 80 internationale Künstlerinnen und Künstler nach Esslingen kommen, wird dabei nicht nur klassische Kammermusik erklingen. Das Spektrum reicht in diesem Jahr über einen Konzertabend, an dem klassische Musiker das Beyonce-Konzeptalbum „Lemonade“ spielen, über eine Konzertparty mit Beat-Machines bis zu einer Uraufführung eines Werks für Orgel, künstliche Intelligenz und ein 2,40 Meter hohes Teleskop.

Johannespassion als Kammermusik

Das steht im Mittelpunkt des Eröffnungsabends am Freitag, 3. Mai, in der Stadtkirche St. Dionys. Mit Hilfe eben jenes Teleskops wollen Juliane Götz und Sebastian Neitsch akustische Daten aus dem Weltraum sammeln, diese auf „menschliche“ musikalische Muster hin untersuchen und anschließend in Orgelmusik und eine visuelle Performance verwandeln. Gegenübergestellt werden dieser Uraufführung Kantaten von Johann Sebastian Bach.

Kammermusik auf etwas andere Art gibt es mit der Bearbeitung von Bachs Johannespassion für Cembalo, Schlagwerk und einen Sänger, bei dem das Publikum die Choräle mitsingen soll. Spannend dürfte auch die Bearbeitung von „La Bohème“ in einer Version für Klavier und Violine werden. Die Cembalistin Elina Albach wird „Schlafes Bruder“ vorstellen, ein musikalisch-literarisches Programm für sechs Instrumentalisten und einen Schauspieler. Darin kombiniert sie barocke und zeitgenössische Musik mit Robert Schneiders berühmtem Roman.

Rund 20 Konzerte – allesamt speziell entwickelt für das Podium-Festival – sind geplant. So werden auch alle 800 Esslinger Fünftklässler im Rahmen des Projekts „Kulturrucksack“ in den Genuss kommen, auf unterhaltsame Weise in Kontakt mit klassischer Musik zu kommen. Einige von ihnen werden auch das große Sonderkonzert „Ode an Europa“ am 9. Mai mit gestalten. Der Vorverkauf für das Podium-Festival beginnt an diesem Freitag, 22. Februar.

2020 wird Beethovens 250. Geburtstag gefeiert

Bereits jetzt steht fest, dass das Podium-Festival im kommenden Jahr ganz im Zeichen des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven stehen wird – allerdings wieder auf die ganz eigene Podium-Art. Drei Jahre lang haben unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes und des Lands Baden-Württemberg zwölf Künstler die Chance erhalten, anknüpfend an den revolutionären Charakter des Jubilars ihre eigenen Ideen vom Musikschaffen der Zukunft zu entwickeln. Ein paar dieser Ideen – etwa das Eröffnungskonzert und das Finale mit dem spanischen Künstler Inigo Giner Mirandoin in der Bechtle-Druckerei – sind schon in diesem Jahr in Esslingen zu hören und erleben. Im kommenden Jahr gipfelt das #bebeethoven benannte Projekt in zwei großen Festivals – eines im Frühjahr 2020 in Esslingen und das andere im Herbst in der Beethovenstadt Bonn. Weitere Informationen im Internet unter www.podium-esslingen.de.

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