Die Daimler-Tochter Mytaxi fusioniert mit der Londoner Taxi-App Hailo zu Europas größtem Taxi-Netzwerk. Foto: dpa

Daimler nimmt als Mobilitätsdienstleister weiter Fahrt auf. Die Fusion von Mytaxi mit Hailo zeigt, dass der Autobauer sich für die Dienstleistungen der Zukunft rüstet und gegen Uber bestehen kann, meint Daniel Gräfe.

Stuttgart - Daimler nimmt als Mobilitätsdienstleister weiter Fahrt auf. Die Fusion der Tochter Mytaxi mit dem Londoner Taxi-App-Anbieter Hailo macht die Stuttgarter zu Europas größtem app-basierten Taxi-Anbieter. In mehr als 50 Städten sind rund 100 000 Taxi-Fahrer als Vertragspartner des neuen Mytaxi unterwegs. Damit setzt Daimler im Wettbewerb um das Taxigeschäft die Konkurrenz weiter unter Druck. Erst vor kurzem hatte der Fahrtenvermittler Uber in Deutschland seine Strategie aufgegeben, Taxifahrten durch Privatleute zu vermitteln und setzt nun auf Profi-Chauffeure.

Denkbar ist, dass Daimler selbst in den Markt mit den Taxi-Fahrgemeinschaften einsteigt und der expandierenden IT-Industrie aus den USA einen weiteren Stich versetzt. Denn die Stuttgarter wollen nicht nur Autos verkaufen, sondern Mobilitätslieferant sein und nutzen für den Weg zu ihrem Ziel schon länger mehrere Spuren. Beim Carsharing liegen sie mit Car2go weltweit in Führung und mit der Nahverkehrsapp Moovel nähern sie sich auch dem Kundenwunsch, schnell und bequem unterwegs zu sein. Vor allem junge Leute wollen nicht unbedingt ein Auto besitzen, sondern mobil sein. Das hat der Traditionsautobauer verstanden.

Die Frage ist, wer mit am Steuer sitzt

Jetzt geht es für Daimler darum, aus den immer größeren Datenmengen, die im Auto und den Apps anfallen, weitere Dienstleistungen zu entwickeln. Und das mit einem vertrauenswürdigen Datenschutz. Denn wer die Kundendaten am besten kennt, wird unter den Mobilitätsdienstleistern am Ende der Erste sein.

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