Der Schwäbische Heimatbund hat sich etwa bei der Restaurierung der Teufelsbrücke in Nürtingen stark engagiert. Foto: Horst Rudel

Die Zahl der Vereine und der Ehrenamtlichen steigt – und dennoch bleiben viele Probleme, meint Redakteur Thomas Faltin.

Stuttgart - Schluss mit dem Jammern: Jeder Zweite in Baden-Württemberg engagiert sich im Sportverein, im Kindergarten oder im Flüchtlingskreis – wenn das keine erfreuliche Entwicklung ist! Auch die Zahl der Vereine klettert weiter nach oben; die Menschen sind der Gemeinschaft in einer dieser altehrwürdigen Institutionen also noch lange nicht überdrüssig.

Und doch verändert sich die Gesellschaft gewaltig. Die meisten sind in Beruf und Familie so eingespannt, dass sie keine Zeit und keine Lust mehr haben, als Übungsleiter jede Woche am Spielfeldrand zu stehen oder als Kassenwart viele Stunden am Schreibtisch zuzubringen. Viele suchen das schnelle Engagement, viele wollen den direkten Erfolg, etwa über politische Kampagnen im Internet.

Das muss nicht schlecht sein, aber gerade die alteingesessenen Vereine verlieren dadurch Mitglieder – und Durchschlagskraft. Der Schwäbische Heimatbundist ein Beispiel: Alle wünschen sich, dass die Natur besser geschützt und schöne alte Häuser erhalten bleiben; aber nur wenige sind noch bereit, mitzuhelfen oder den Bund als Mitglied zumindest finanziell zu unterstützen. So zwiespältig ist die Entwicklung.

Diese Vereine haben also keine andere Chance als sich zu wandeln. Doch das ist schwer, denn sie dürfen dabei ihren innersten Kern, ihre Identität, nicht aufgeben.

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