Jürgen Schweikardt hat gut lachen: er behält beim TVB seine Doppelfunktion. Foto: Baumann

Jürgen Schweikardt bleibt Trainer und Manager des Handballclubs TVB Stuttgart – und das für die nächsten drei Jahre. Diese Entscheidung stellt auch ein gewisses Risiko dar, kommentiert Joachim Klumpp.

Stuttgart - Beim letzten Saisonspiel in der Scharrena sind nicht nur Tore gefallen, sondern auch die entscheidenden Würfel. Wie geht es weiter beim Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart? Mit Jürgen Schweikardt als Trainer, so lautete die nicht mehr ganz überraschende Antwort am Sonntag. Diese Lösung hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Zum einen lief es unter seiner Regie in der Rückserie sportlich sehr ordentlich, zum anderen scheint der 38-Jährige Geschäftsführer selbst Gefallen an der neuen alten Aufgabe gefunden zu haben – die sich in der ersten Liga aber nicht mehr als Doppelrolle des „Trainagers“ ausüben lässt, das war auf Dauer allen Beteiligten klar.

Die Entscheidung birgt Gefahren

Auch wenn die Entscheidung nach der Entwicklung der vergangenen Monate nachvollziehbar ist, birgt sie durchaus Gefahren – zumal bei einem Dreijahresvertrag. Denn der Trainerstuhl wackelt auch im Handball bekanntlich schneller als der eines Geschäftsführers. Was passiert also mit dem TVB-Urgestein, wenn’s sportlich nicht so läuft?

No risk, no fun – so lautet das Motto der Verantwortlichen. Dass Schweikardt in Personalunion auch Geschäftsführer Sport bleibt, dürfte ihm wenig helfen, wenn es hart auf hart geht. Die Kritiker im Umfeld, die immer mal wieder monieren, der TVB mutiere zu sehr zum Familienunternehmen Schweikardt, werden die Entwicklung jedenfalls genau beobachten. Das steigert den Druck auf den Trainer Jürgen Schweikardt. Der war im Februar allerdings noch viel größer – und Schweikardt hat ihn gemeistert.

Also steht’s erst mal 1:0 für ihn.

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