In der Kita werden Kinder nicht nur abgelegt, sondern auch betreut. Foto: Natalie Kanter

Stadtrat Hans Huber verkündet Ansichten, die die Welt nicht braucht, meint unser Redaktionsmitglied.

Leinfelden-Echterdingen - Kleinkinder werden in der Kita einfach abgelegt: Allein diese Aussage von Stadtrat Hans Huber ist hanebüchen. Und eine Ohrfeige für alle berufstätigen Eltern, die natürlich – genauso wie alle anderen Mütter und Väter – ihren Kindern möglichst viel Liebe, Zuwendung und Nestwärme geben wollen. Und dennoch ihre Frau oder ihren Mann tagtäglich in der Berufswelt stehen müssen und wollen. Auch deshalb, weil das Leben immer teurer wird und nicht nur die Wohnungen im Speckgürtel von Stuttgart von einem Einkommen allein kaum noch zu bezahlen sind. Die Worte des FW-Fraktionsvorsitzenden sind aber auch ein Schlag ins Gesicht der pädagogischen Fachkräfte in den Kitas, die in den meisten Fällen doch einen guten Job machen. Zumindest ein starkes Zugehörigkeitsgefühl können Mädchen und Jungen auch in einer Kindertagesstätte erfahren. Allerdings nur dann, wenn die Personalsituation stabil ist – also die Bezugspersonen nicht ständig wechseln. Genau deshalb sollte sich die Stadtverwaltung den Hinweis von FDP-Stadträtin Judith Skudelny zu Herzen nehmen und mehr Werbung für die in der Vergangenheit hoch gelobte Tagespflege machen. Zumal es bei den Tagesmüttern freie Plätze gibt. Dort kümmert sich eine feste Kraft um den Nachwuchs, zu der die Kleinen eine stabile Bindung aufbauen können. Die Anzahl der betreuten Kinder ist überschaubar. Die Eltern müssen für diese Betreuung nicht mehr bezahlen als für einen Kitaplatz.

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