Lieb zu Kindern, unerbittlich bei der Suche nach Kokain: Drogenspürhund Sombra Foto: Colombian Police

Sombra ist die beste Spürnase der kolumbianischen Polizei. Der Drogenspürhund ist derart erfolgreich, dass ein Kartell nun ein Kopfgeld auf das Tier ausgesetzt hat.

Bogotá - Attentate auf Polizisten, Richter und Politiker gehören in Kolumbien zum Alltag. Daran hat auch die Erschießung Pablo Escobars 1994 und die Zerschlagung der großen Drogenkartelle wenig geändert. Statt spektakuläre Anschläge zu verüben, lassen die Kartelle ihre Gegner heutzutage einfach verschwinden. Nun haben die Drogenhändler einen neuen Feind ausgemacht. Sombra, zu deutsch: Schatten, die beste Spürnase der kolumbianischen Polizei. Der Golf-Clan, das mächtigste Verbrechersyndikat des südamerikanischen Landes, hat ein Kopfgeld in Höhe von 200 Millionen Peso (umgerechnet 59 000 Euro) auf die deutsche Schäferhündin ausgesetzt, wie die Zeitung „El Tiempo“ am Donnerstag berichtete.

Sombra wurde schon als Welpe zum Drogenspürhund ausgebildet, war in der Drogenhochburg Urabá sowie den Hafenstädten Barranquilla und Santa Marta im Einsatz und wurde bei der Militärparade am Unabhängigkeitstag für ihren Kampf gegen die Drogen sogar mit einer Medaille geehrt. Nachdem sie allerdings rund fünf Tonnen Kokain aufgespürt hatte, geriet die Hündin mit der feinen Nase ins Visier von Gold-Clan-Chef Dairo Úsuga alias „Otoniel“. „Sie ist ein Albtraum für Drogenhändler wie Otoniel“, sagte der Chef der Anti-Drogen-Polizei, Oscar Solarte.

Prächtige Kokain-Geschäfte

Denn die Geschäfte mit dem Kokain laufen prächtig, die Produktion hat nach Angaben der amerikanischen Anti-Drogenbehörde DEA ein historisches Hoch erreicht. Und da stört Sombra, die im Laufe ihrer Karriere rund zehn Tonnen Kokain ausfindig gemacht hat. Zu ihrer eigenen Sicherheit wurde die Schäferhündin nun in die Hauptstadt Bogotá versetzt. Drei Stunden pro Tag schnüffelt sie dort im Frachtbereich des Flughafens El Dorado nach Drogen. Immer an ihrer Seite: zwei Leibwächter.

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