Das Klinkum Stuttgart hat mehrere Baustellen. Es gilt, die Vorgänge aufzuarbeiten, die zu Millionenverlusten in der Auslandsabteilung geführt haben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Auslandsabteilung des Klinikums Stuttgart hat Millionen in den Sand gesetzt. Offenbar wurde über Jahre über hohe Geldbeträge freihändig verfügt. Die SPD fordert Aufklärung und will die Verantwortlichen benannt haben.

STUTTGART - Im Skandal um Millionenverluste des Klinikums Stuttgart bei dessen Aktivitäten für ausländische Kunden und im Ausland verschärft die SPD im Gemeinderat die Tonlage. „Die Misswirtschaft hat eine solche Dimension erreicht, dass wir uns einen Antrag zur Einsetzung eines Ausschusses zur Akteneinsicht im Krankenhausausschuss vorbehalten“, schreiben die Sozialdemokraten in einem Antrag. Die Arbeit der Auslandsabteilung (International Unit/IU) sei wiederholt Thema im Krankenhausausschuss gewesen, sagt Stadträtin Maria Hackl. Dazu gab es Berichte. Nun stelle sich die Frage, „was bei diesen verschwiegen worden ist“. Die Verantwortlichen hätten wiederholt den Eindruck vermittelt, dass sie alles im Griff hätten. Noch im Dezember 2015 seien Probleme klein geredet worden.

Die SPD will nun wissen, wer für was in der International Unit zuständig war, über welche Konten die Millionensummen flossen, „da offensichtlich das klinikinterne Controlling über Jahre hinweg entweder nichts bemerkte oder wegschaute“. Gefragt wird auch, von wem die Verträge mit Libyen und Kuwait initiiert wurden und was seit 2014, als das Rechnungsprüfungsamt die Probleme benannte, getan wurde. Die Stadt prüft mögliche Ansprüche gegen Beteiligte.

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