Früher stand hier das Schwesternwohnheim des Backnanger Kreiskrankenhauses. Foto:  

Das ehemalige Klinik-Areal in Backnang ist zu einem großen Teil bereits wieder bebaut – was den Schmerz wegen des Verlusts des Backnanger Kreiskrankenhauses lindere, so Oberbürgermeister Frank Nopper.

Backnang - Auf dem ehemaligen Klinikgelände in Backnang entsteht ein komplett neues, weitgehend autofreies Stadtquartier mit vielen Wohnungen und medizinischen Einrichtungen. Geplant ist auch ein sogenannter Quartierplatz. Alle Gebäude an der Weissacher Straße, der Karl-Krische-Straße sowie an der Straße Lindenstieg sollen nach und nach an ein Nahwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen werden.

Ein Großteil des Geländes ist fünf Jahre nach der Schließung der Klinik bereits bebaut. Jetzt ist eine Einrichtung der Stiftung Altenheime Backnang und Wildberg für Menschen mit Demenz sowie jüngere, pflegebedürftige Leute eröffnet worden. Die Stiftung betreibt in Backnang unter anderem das Altenheim Staigacker.

Neues stationäres Hospiz eingeweiht

Ende April ist auf dem alten Klinikgelände das neue stationäre Hospiz eingeweiht worden. Der Neubau sei notwendig, sagt Heinz Franke, geschäftsführender Vorstand der Stiftung, denn die acht Plätze im bestehenden Hospiz reichten nicht mehr aus. Die Warteliste sei oft lang. Im Neubau gibt es zwölf Betten statt bis dato acht im Altbau.

Gleich nebenan sollen acht Wohnhäuser mit zusammen 63 Wohnungen bis Ende dieses Jahres bezugsbereit sein. Bauträger sind die Kreisbaugesellschaft sowie die Baugenossenschaft Backnang. Ferner sind auf dem Gelände laut Auskunft der Stadtverwaltung geplant beziehungsweise bereits in Bau: ein Mehrgenerationenhaus und eine Wohnanlage der Städtischen Wohnbau Backnang.

Landkreis und Stadt haben sich ganz offenkundig versöhnt, was zunächst nicht abzusehen war. Vertreter der Kommune und des Kreises hatten sich nach dem Kreistagsbeschluss 2008, die Kreisklinik in Backnang zu schließen, gestritten wie die Kesselflicker. Nun guckt man gemeinsam lieber nach vorne. Aus dem Wunsch vieler Backnanger Kommunalpolitiker, statt der Kreisklinik zumindest eine Akutambulanz mit wenigstens ein paar Betten zu bekommen, wurde zwischenzeitlich bekanntlich nichts.

Rund 130 neue Wohnungen

Der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) sagt, auf dem ehemaligen Klinikgelände gebe es nun keine freien Bauplätze mehr. Er sei ganz zufrieden, dass insgesamt rund 130 Wohnungen gebaut würden, dass das Gesundheitszen­trum längst eröffnet ist, dass in unmittelbarer Nähe das Geburtshaus arbeitet und dass das Backnanger Dialysezentrum nach wie vor geöffnet sei, obgleich es das Hospital nicht mehr gibt.

Die Tatsache, dass es rasch gelungen sei, das Areal komplett zu bebauen, lindere den Schmerz wegen des Verlusts des Backnanger Kreiskrankenhauses, so der Stadtchef. Komplett beseitigt sei dieser Schmerz aber längst noch nicht.

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