Verkehrte Welt: In der Antarktis war es auch schon minus 98,6 Grad Celsius kalt (Symbolbild). Foto: dpa/Robert Bauer

Am Donnerstag war es in der Antarktis womöglich so warm wie nie zuvor. 18,3 Grad Celsius hat eine Forschungsstation am Nordzipfel gemessen. Letzte Überprüfungen stehen aber noch aus.

Genf - Eine Forschungsstation am Nordzipfel der Antarktis hat eine mögliche neue Rekordtemperatur vermeldet. Die argentinische Station Esperanza habe 18,3 Grad Celsius gemessen, sagte die Sprecherin der Weltorganisation für Meteorologie, Clare Nullis, am Freitag. Falls sich der Wert bestätige, wäre dies die höchste bislang dort gemessene Temperatur. Der bisherige Rekord vom März 2015 beträgt 17,5 Grad.

„Alles, was wir bislang gesehen haben, deutet auf einen wahrscheinlich legitimen Rekord hin“, teilte der für Wetter- und Klimaextreme zuständige Berichterstatter der Weltorganisation, Randal Cerveny, mit. Man wolle die Messung aber noch gemeinsam mit den vollständigen Daten des argentinischen Wetterdienstes SMN prüfen, der die Rekordtemperatur für Donnerstag vermeldet hatte. Zumindest zum Teil habe diese möglicherweise auch mit dem Föhn an diesem Tag zu tun gehabt.

87 Prozent der Gletscher sind zurückgegangen

Die antarktische Halbinsel, der nördlichste Zipfel des Kontinents in der Nähe Südamerikas, ist laut der Weltorganisation eine der sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde. Dort ist es innerhalb des letzten halben Jahrhunderts fast drei Grad wärmer geworden. Etwa 87 Prozent der Gletscher entlang der Westküste der Halbinsel sind innerhalb dieser 50 Jahre zurückgegangen, die meisten besonders stark in den vergangenen zwölf Jahren.

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