Mit Solarenergie könnte das Duschwasser im Sommer erwärmt werden, schlägt die Linksfraktion vor. Der Vorschlag stieß bei der SPD auf wenig Gegenliebe. Foto: dpa/Sven Hoppe

Der Stuttgarter Gemeinderat hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Klimaschutz ernst zu nehmen. Das scheint schwierig, wenn es konkret wird.

Stuttgart - Stuttgart will deutlich mehr für den Klimaschutz tun, der Gemeinderat hat dazu einen extra Ausschuss gegründet. Die Stadt will bis 2025 alle Schuldächer mit Fotovoltaikanlagen belegen und 190 Millionen Euro in Energiesparprogramme stecken. Dennoch sollte am Mittwoch der Verwaltungsausschuss mit dem Baubeschluss entscheiden, dass das Duschwasser der neuen, 8,8 Millionen Euro teuren Turnhalle der Fasanenhofschule im Sommer mit Gas erwärmt wird. Das führte zu Protest.

Im Winter wird die Heizzentrale der Schule die Sporthalle mit Warmwasser versorgen. Im Sommer ist die Zentrale abgeschaltet. Damit die Sportler nicht kalt duschen müssen, soll ein Gasbrennwertgerät installiert werden. Der Linksfraktion mit Sprecher Hannes Rockenbauch stieß das sauer auf. Die Dachfläche biete sich für Solarthermie an, monierte Rockenbauch. Zumal diese für die Hausmeisterwohnung ja vorgesehen sei.

Wie groß ist der Aufwand?

Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD), vom Rat eben mit großer Mehrheit für eine dritte Amtszeit gewählt, reagierte unwirsch. „Sie stoppen das Projekt!“, warf er Rockenbauch vor. Noch im Dezember solle der Rohbau beginnen. Wenn Solarthermie auch für die Hallenduschen gewollt werde, „muss ich das ganze Wärmekonzept neu berechnen“, so Thürnau. Warum Solarthermie bisher nicht vorgesehen wurde, sagte er nicht. Die Halle wird seit 2011 geplant.

Die Halle stehe 40 Jahre, es brauche einen größeren Warmwasserspeicher und die Dachmodule, argumentierte Rockenbauch. Auf der Halle sind drei Reihen Fotovoltaik-Module vorgesehen. Wer den Bauplan zur Hand nimmt, erkennt, dass für die doppelte Anzahl Platz wäre. „Wir debattieren viel über das Klima“, wunderte sich auch Grünen-Fraktionssprecherin Gabriele-Nuber Schöllhammer über die Gastherme. Thürnau will dem Gemeinderat nun sagen, wie schnell neue Berechnungen möglich sind.

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