Der Kleine Schlossplatz in der neuen Form ist jetzt zehn Jahre alt Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Vor zehn Jahren begann auf dem Kleinen Schlossplatz eine neue Zeit. Die Mieter feiern im Juni gemeinsam die „Urban Islands“, wie sie das Viertel nennen.

Stuttgart - Kartenhäusle, Freundschaftsbecher im Mövenpick, Freitreppe – viele bekommen glasige Augen, wenn sie an den Kleinen Schlossplatz ihrer Jugend denken. Es hat sich seitdem viel getan im Herzen der Stadt, wo nach Jahren des Streits 2005 das Kunstmuseum eröffnet wurde und damit eine neue Zeit begann. Vom 19. bis 21. Juni wollen die Mieter und Gestalter des Kleinen Schlossplatzes zehn Jahre „Urban Islands“ feiern, wie sie das Viertel nennen, das in der Historie Stuttgarts eine zentrale Rolle spielt.

Vor dem Bahnprojekt S 21 ist in dieser Stadt über kein anderes Thema so heftig gestritten worden wie über die Mitte der Königstraße. Der Zweite Weltkrieg ließ vom Kronprinzenpalais, das an dieser Stelle seit 1850 stand, nur die Außenmauern übrig. Die Politik dachte nicht an den Wiederaufbau wie beim nahen Schloss. Der Traum von einer autogerechten Stadt führte zum Abriss der Ruine. 1968 ist ein Betondeckel mit Läden eröffnet worden, den man Stadtbalkon nannte. Der Kleine Schlossplatz wurde später erst zu einem sozialen Brennpunkt, dann zur Heimat der Subkultur.

Zum Festival „Urban Islands“ vom 19. bis 21. Juni (Beginn jeweils um 11 Uhr) haben sich das Kunstmuseum, die Modeboutique Abseits, die San’s Sandwichbar, Waranga Bar & Club-Lounge, die Holanka Bar und das Ristorante Oggi Tavola Mediterranea zusammengetan. „Wir feiern den Ort, das Leben und den Sommer“, heißt es in der Einladung. Es soll Bühnen und Sitzinseln geben.

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