Margot Käßmann Foto: Max Kovalenko

Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), schickte beim kleinen Kirchentag auf der Stuttgarter Landesmesse ihre Zuhörer auf eine Bildungsreis in die Zeit der Reformation.

Stuttgart - Kleiner Kirchentag, große Persönlichkeit: Margot Käßmann, die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), macht mit ihrer Präsenz und ihrer Rhetorik aus einem jeden Auftritt spielend eine große Nummer. Auch am Freitag beim Kleinen Kirchentag im Rahmen der Stuttgarter Frühjahrsmessen.

Wer denkt, Martin Luther und die Reformation im Jahr 1517 sei ein staubtrockenes Thema, erfährt bei ihr das Gegenteil. In einer kurzweiligen Rede schickt sie die etwa 200 Zuhörer der Veranstaltung auf eine Bildungsreise. Damit passte sie ideal zum großen Kirchentag in Stuttgart 2015 (3. bis 7. Juni) und dessen Losung: „Damit wir klug werden.“ Käßmann sparte zudem nicht mit kritischen Tönen und thematisierte Luthers Anti-Judaismus („Die Schulen und Synagogen sollten mit Feuer angesteckt werden“). „Das ist ein belastendes Erbe“, seufzte sie.

Ungeachtet dessen, habe Martin Luther „Entscheidendes für die Sprachfähigkeit der Kirche, die Bildung und die Freiheit des Glaubens geleistet“. Was die Sprachfähigkeit betrifft – gerade hier zeigt sich Margot Käßmann als würdige Botschafterin des großen Reformators.

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