Rund um das Kirchheimer Parkhaus sind Parkplätze gelegentlich knapp. Foto: Pressefoto Horst Rudel

Die Mediuskliniken lenken beim monatelangen Streit über den geplanten Neubau eines Mitarbeiterparkhauses im Wohngebiet Paradiesle ein.

Kirchheim - Eigentlich hätte der Technische Ausschuss des Kirchheimer Gemeinderats am Mittwoch den Planauslegungsbeschluss für ein dreigeschossiges kombiniertes Mitarbeiter- und Besucherparkhaus mit 160 Parkplätzen an der Ecke Osiander-/Eugenstraße fassen sollen. Kurz vor der Sommerpause hatte die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker diesen Kompromiss mit den Verantwortlichen der Medius-Klimiken ausgehandelt, die ein deutlich größeres Parkhaus bauen wollten.

Verwirrung um die zukünftige Nutzung

Im Gegenzug zum Verzicht der Mediuskliniken auf ein Stockwerk und 60 Parkplätze hatte Angelika Matt-Heidecker vereinbart, dass die Kliniken in der Zeit von 6 bis 22 Uhr das Parkhaus nicht nur für die eigenen Mitarbeiter, sondern zumindest teilweise auch für Patienten und Besucher nutzen könnten. Doch in der Vorlage, über die der Ausschuss jetzt beraten hat, ist – zur Überraschung des Gremiums und zur Freude der Anwohner – nur noch von einem reinen Mitarbeiterparkplatz die Rede. „Für diese Verwirrung kann ich nichts“, betonte die Ratschefin.

Ursprünglich hatten die Kreiskliniken des Landkreises Esslingen in unmittelbarer Nähe zum Kirchheimer Krankenhaus im Wohngebiet Paradiesle den Bau einer viergeschossigen, rund zehn Meter hohen Mitarbeiterparkhauses beantragt und eine Reduzierung vehement abgelehnt. Man brauche das große Parkhaus unbedingt, um qualifierte Mitarbeiter nach Kirchheim locken zu können, hatte Elvira Benz, die stellvertretende Klinikchefin, im Frühjahr im Kirchheimer Gemeinderat argumentiert. Gebaut werden soll es von dem externen Investor, der das Parkhaus im Nürtinger Krankenhaus auf dem Säer betreut.

Anwohner sind nicht grundsätzlich gegen das Parkhaus

Die Anwohner in der Osianderstraße hatten sich nicht grundsätzlich gegen ein Parkhaus ausgesprochen, aber die tatsächlich Auslastung allein durch Mitarbeiter angezweifelt und die geplante Höhe kritisiert. So würden ihre Häuser und Grundstücke erheblich verschattet. Nun soll ein Parkhaus entstehen, das sechs Parkebenen auf drei oberirdischen Geschossen hat und 160 Fahrzeugen Platz bietet.

Die maximale Höhe soll rund sieben Meter betragen. Die geschlossene Wand, die die Bewohner der Osianderstraße vor dem Lärm aus dem Parkhaus schützen soll, wird begrünt. Mit der nun gefundenen Lösung, so erklärten Anwohner am Rand der Sitzung, könnten sie gut leben.

Allerdings verwies Angelika Matt-Heidecker darauf, dass durch die niedrigere Bauweise die Lärmbelästigung in den angrenzenden Häusern durch parkende oder wegfahrende Autos auf dem oberen Parkdeck etwas größer sein werde als bei der zunächst angedachten großen Lösung.

Allerdings sind die Anwohner gerne bereit, dieses Risiko zu tragen, zumal sie ohnehin den Bedarf an Mitarbeiterparkplätzen in dem dann kostenpflichtigen Parkhaus bezweifeln. Schon auf dem heute bereits existierenden Parkplatz, auf dem nun das neue Parkhaus entstehen soll, gebe es zu Nachtzeiten deutlich mehr freie als belegte Plätze. Es sei also unwahrscheinlich, dass die Mitarbeiter in den Abendstunden das oberste Parkdeck nutzen müssten, um einen Stellplatz zu finden.

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