Auf der Tunnelbaustelle bei Kirchheim ist es offenbar zu einem Versehen beim Anschluss von Frisch- und Abwasser gekommen. Foto: SDMG/Archiv

Ein falscher Anschluss von Frisch- und Abwasser an der Kirchheimer Tunnelbaustelle zur ICE-Neubaustrecke hat möglicherweise das Trinkwasser mehrerer Haushalte in der Stadt verunreinigt. Das Ergebnis einer Probe, die eine eventuelle Keimbelastung prüft, steht noch aus.

Kirchheim - Die Gefahr von Keimen im Trinkwasser einiger Haushalte in Kirchheim, ist offenbar durch einen Fehler bei den Bauarbeiten am Tunnelportal der ICE-Neubaustrecke Stuttgart – Ulm ausgelöst worden. Wie Martin Zimmert, der Leiter der Kirchheimer Stadtwerke bestätigt, sei dort „wohl versehentlich eine Trinkwasserleitung an eine Abwasserleitung angeschlossen worden“, erklärte er auf Nachfrage. Die Meldung, es sei in einem Privathaushalt zu einem fehlerhaften Anschluss gekommen, stimme nicht.

Laut Zimmert, der sich noch an diesem Vormittag mit Vertretern der Bahn, dem Gesundheitsamt und der Polizei an der Baustelle Tunnelportal Ost getroffen hat, ist der Fehler behoben. Allerdings bestehe nach wie vor das Gebot, das Trinkwasser vorsichtshalber abzukochen. Und zwar so lange, bis eine Entwarnung gegeben werden könne.

Wasser wird vorsichtshalber gechlort

Wolf-Dieter Roser, der stellvertretende Sprecher des Esslinger Landratsamts, erklärt, das Gesundheitsamt nehme ständig Proben, um eine mögliche Keimbelastung zu prüfen. Zudem werde das Wasser sicherheitshalber gechlort, um mögliche Keime abzutöten. Zudem würden die Leitungen gründlich durchgespült. Das dauere seine Zeit, da es sich um ein relativ großes Netz handle, sagt Roser. Am Mittwochnachmittag habe der Leiter der Tunnelbaustelle die Stadt Kirchheim über den Unfall auf der Baustelle informiert, berichtet Roser. Dabei seien offenbar eine Frisch- und eine Abwasserleitung versehentlich vertauscht worden.

Die Stadt treffe keine Schuld, betont der Stadtwerke-Chef Martin Zimmert. Ob und wie sich der Verursacher zu verantworten habe, sei unklar. Die Polizei sei ebenfalls informiert. Michael Schaal ein Sprecher des Polizeipräsidums Reutlingen bestätigt das. Kollegen des Dezernats Gewerbe und Umwelt seien ebenfalls zur Baustelle gefahren. Es müsse nun abgewartet werden, ob sich in der Wasserprobe Keime fänden oder nicht, sagt Schaal, der frühestens an diesem Freitag mit einem Ergebnis rechnet. Wenn sich Krankheitserreger fänden, aber dadurch niemand zu Schaden komme, handle es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Ansonsten bewege man sich im Bereich einer Körperverletzung. Wenn das Wasser keimfrei sei, würden wohl keine weitergehenden Ermittlungen aufgenomen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: