Das Christentum wird auch 2050 die größte Religion weltweit sein, dicht gefolgt vom Islam. Foto: dpa

Wie wird die religiöse Landkarte Deutschlands aussehen? Welche Bedeutung werden Glaube und Unglaube haben? Kehren die Götter zurück oder siechen die Religionen dahin? Um diese und andere Fragen geht es in unserer Serie „Religion und Glaube 2050“.

Stuttgart - Das renommierte amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew-Research-Center in Washington ist diesen Fragen in einer Studie (2015) mit dem Titel „The Future of World Religions“ („Die Zukunft der Weltreligionen“, 2015) nachgegangen.

Für die Untersuchung hat das Forschungszentrum statistisches Material über Alter, Konversionen, Geburten- und Sterberaten aus insgesamt 198 Ländern ausgewertet. Die Weltbevölkerung wird in acht Gruppen eingeteilt: Buddhisten, Christen, Hindus, Juden, Muslime, Anhänger von Volksreligionen, Anhänger anderer Religionen und Konfessionslose. Hier die wichtigsten Prognosen und Trends für das Jahr 2050:

Muslime und Christen fast gleich

Wenn der globale demografische Trend anhält wie bisher werden 2050 fast so viele Muslime (2,76 Milliarden) wie Christen (2,9 Milliarden) auf der Welt leben.

Der Islam (aktuell rund 1,6 Milliarden Anhänger) wird die am schnellsten wachsende Weltreligion bleiben. Das Pew-Center geht von einem Anstieg von derzeit 23,2 auf 29,7 Prozent der Weltbevölkerung aus.

Aber auch die anderen beiden großen Weltreligionen Christentum und Hinduismus werden auf Wachstumskurs bleiben. Nur der Buddhismus wird sich in absoluten Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie 2015 bewegen. Der prozentuale Anteil der Buddhisten an der Weltbevölkerung wird schrumpfen.

Anteil der Konfessionslosen sinkt

Das gilt nach Angaben der US-Studie auch für jene Gruppe von Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören – Konfessionslose, Agnostikern und Atheisten. Sie werden zahlenmäßig in etwa auf dem gleichen Stand wie heute verharren. Ihr Anteil an der Weltbevölkerung wird bis 2050 von 16,4 auf 13,2 Prozent sinken.

Der Anteil der Christen an der Weltbevölkerung wird bis 2050 relativ stabil bei 31,4 Prozent liegen. Allerdings werden sich die Gewichte verteilen: Fast 38 Prozent der Christen werden 2050 südlich der Sahara leben (Anstieg um 24 Prozent). Die Bedeutung Europas wird weiter abnehmen. Der Anteil der europäischen Christen an den Christen weltweit wird von 26 Prozent (2010) auf 16 Prozent sinken.

Muslime in Europa

Laut der Studie werden in 35 Jahren in Europa 10,2 Prozent der Bevölkerung muslimisch sein (2010: 5,9 Prozent). Nach der Türkei und Russland, wird Großbritannien die größte muslimische Gemeinschaft beheimaten (7,76 Millionen), gefolgt von Frankreich (7,54 Millionen) und Deutschland mit sieben Millionen muslimischen Glaubensanhängern.

Unsere Serie: Religion und Glaube 2050

Teil 1: Trend 2050 – Religion, Glaube, Spiritualität

Teil 2: Trend 2050 – Globaler Glaube und Unglaube

Teil 3: Trend 2050 – Der Glaube der Ungläubigen

Teil 4: Trend 2050 – Säkularisierter Glaube

Teil 5: Trend 2050 – Individualisierter Glaube

Teil 6: Trend 2050 – Kirchlicher Glaube

Teil 7: Trend 2050 – Karitativ-diakonischer Glaube

Teil 8: Trend 2050 – Patchwork-Religiosität

Teil 9: Trend 2050 – Pseudo-religiöse Konsumtrends

Teil 10: Trend 2050 – Sanfter Glaube

Teil 11: Trend 2050 – Auf Sinnsuche bei Glaubenden

Teil 12: Trend 2050 – Fundamentalistischer Glaube

Teil 13: Trend 2050 – Fernöstliche Erleuchtung

Teil 14: Trend 2050 – Muslimische Parallelwelten

Abschluss: Religion und Glaube 2050 in 14 Thesen

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: