Der Gemeine Holzbock ist eine der häufigsten Zeckenarten. Foto: dpa

Eine Art Supergummi hilft den kleinen Blutsaugern, sich fast überall festzuhalten. Aber manchmal kommen auch Zecken an ihre Grenzen.

Stuttgart - Wenn Du gerne im Grünen herumtollst, hast Du Dir bestimmt schon mal eine Zecke eingefangen. In diesem Fall sollte man den Blutsauger vorsichtig entfernen, denn Zecken können mit ihren Mundwerkzeugen die gefährliche Virusinfektion FSME oder die Bakterienkrankheit Borreliose übertragen. So richtig sympathisch sind diese Spinnentiere also nicht. Trotzdem verfügen sie über beeindruckende Fähigkeiten. So kann das Körpergewicht einer Zecke durch eine ausgiebige Blutmahlzeit auf das 135-Fache steigen. Das wäre etwa so, wie wenn ein durchschnittlicher Mensch nach dem Essen fast neun Tonnen wiegen würde.

Außerdem können sich Zecken mit ihren acht Beinen prima auf ganz unterschiedlichen Oberflächen festhalten – etwa an einem Grashalm oder auch auf Haut oder Haaren von Menschen und Tieren. Damit sie nicht herunterfallen, haben Zecken an ihren Beinen sowohl spitze Krallen als auch Haftkissen, die ihnen auch auf glatten Flächen Halt geben. Nicht nur im Inneren der Haftkissen, sondern auch in den Krallen befindet sich eine Art Supergummi, wie Wissenschaftler aus Kiel und Dresden jetzt herausgefunden haben. Der Stoff, der den Zecken beim Krabbeln hilft, ist ein besonderes elastisches Eiweiß namens Resilin. Es kommt zum Beispiel auch in den stark belasteten Flügelgelenken von Libellen oder den Hinterbeinen von Flöhen vor.

Um zu testen, wie gut sich Zecken festhalten können, haben die Forscher an den Tierchen gezogen oder sie in eine Schleuder gesetzt, die sich immer schneller drehte. Weibliche Zecken können sich demnach mit einer Kraft festhalten, die dem 500-Fachen ihres Körpergewichts entspricht. Trotz des Supergummis in ihren Beinen gibt es aber auch Oberflächen, bei denen selbst Zecken passen müssen. Auf Silikon und bestimmten Kunstharzen können sie sich nicht halten, haben die Forscher herausgefunden. Sie glauben, dass man diese Schwäche nutzen könnte, um Stoffe oder Cremes zu entwickeln, auf denen die Blutsauger abrutschen.

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