Szene aus „Ritter Trenk“ mit Markus Michalik als Ritter und Valerie Oeberhof als Ferkelchen (vorne links) Foto: Andreas Zauner

In der Landesbühne Esslingen zu sehen: Eine unterhaltsame Bühnenfassung von Kirsten Boies Bestseller „Der kleine Ritter Trenk“ mit viel Musik und Aktion.

Esslingen – Der Bauernjunge Trenk will nicht hilflos mitansehen, wie ein Ritter seinen Vater bestraft. Mit seinem geliebten Ferkel macht er sich auf den Weg Richtung Stadt. Was ihm dabei alles zustößt, zeigte das Ensemble der Württembergischen Landesbühne Esslingen am 22. November in Jenke Nordalms herzerwärmender Inszenierung „Der kleine Ritter Trenk“. Die bekannte Kinderbuchvorlage stammt von Kirsten Boie.

Tapfer und keck verkörpert Markus ­Michalik den Bauernjungen, Valerie Oberhof gibt im rosa Polsteranzug vorwitzig das Ferkelchen, mampft Salat und schabt sich ungeniert an Bäumen. Das lustige Duo macht sich auf den Weg durch Katrin ­Buschings fantasievoll gestalteten Bühnenwald. Auf ihrer Reise begegnen sie einem frechen Gaukler und absolvieren einen Zauberauftritt. Das Wichtigste ist aber, dass Trenk mit einem bangen Knappen die Rollen tauscht und zum Ritter ausgebildet wird. Am Hof lernt er die Ritterstochter Thekla kennen (Sabine Christiane Dotzer: ein wilder Wirbelwind). Am liebsten würde sie ebenfalls Ritter werden und rettet Trenk mehrmals aus brenzligen Situationen. Natürlich keimt zwischen ihnen auch eine erste Liebe auf.

Das Ensemble sorgt für jede Menge ­Mittelalterspaß: Turbulent und überdreht wie Monty Python setzt es das Volk, den Adel, Ritter und eine wüste Räubermeute in Szene und würzt die Szenen mit einer Menge Slapstick. Kampfszenen mit Schwertern, Stöcken und Steinschleudern sorgen für noch mehr Abwechslung – wie auch Ulf Steinhauers musikalische Gestaltung, die vom Minnelied bis zum Räubergegröhle reicht. Das Gelächter des jungen Publikums ist der Chaostruppe sicher. Mit dem Ferkelchen als Erzählerin vermittelt die Inszenierung außerdem charmant Wissenswertes über das Mittelalter. Das Publikum kann sich zudem wunderbar mit den Figuren identifizieren: etwa mit dem schmollenden Ritter Wertolt, der sich als ausgesprochen schlechter Turnierverlierer gibt. Oder mit dem Ferkelchen, das unanständige Geräusche liebt. Und auch Drachenkinder verlieren ihre Milchzähne, wie das junge Publikum im Stück erfährt.

Aufführungen für Zuschauer ab fünf Jahren: 6., 11., 14. bis 16., 20. und 26. Dezember, 17 und 21. Januar. Telefon: 07 11 / 35 12 30 44.

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