Die motorische Grundausbildung steht bei den Kindersportschulen im Vordergrund Foto: Baumann

Der 1. Kindersportverein Stuttgart hat sein Programm seit 2007 von zehn auf 100 Angebot pro Woche ausgebaut und arbeitet ausschließlich mit hauptamtlichen Sportlehrern. Das Motto des Vereins: Früh anfangen, spät spezialisieren.

Stuttgart - Aus dem Lautsprecher des tragbaren CD-Spielers klingt das Fliegerlied. „Vor, hoch, runter, vor, vor“, ruft Lisa Nadolny den Mädchen zu. Es ist ein übersichtliches Grüppchen, das die Tanzpädagogin an diesem Nachmittag im Gymnastikraum des Fanny-Leicht-Gymnasiums in Vaihingen zum Zumbakurs begrüßen kann. Die Grippewelle hat zugeschlagen.

Zumba ist jenes Fitnessprogramm, das zunächst die Studios, dann die Tanzschulen und nun das Programm der 1. Kindersportschule Stuttgart erobert hat. Die Mischung aus lateinamerikanischen Rhythmen, Hip-Hop und Bauchtanzbewegungen kommt an. Dabei geht es nicht darum, eine komplizierte Choreografie einzustudieren, sondern um den Spaß an der Bewegung. Als Extras gibt es dazu noch Koordination und Kondition.

Motorische und sportartübergreifende Grundausbildung

Seit zwei Jahren hat der Verein den Tanz im Programm. Der Einstieg ist jederzeit möglich und richtet sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. „Die Nachfrage ist groß, aber es handelt sich um ein Zusatzangebot“, sagt Chirine Schmid. Die studierte Sport-Managerin hat den Verein 2007 gegründet. Der Schwerpunkt liegt in der allgemeinen motorischen und sportartübergreifenden Grundausbildung der Kinder. Früh beginnen, spät spezialisieren, lautet das Leitmotto des Vereins. Betreut werden Kinder in acht Altersstufen. „Sie können Sportarten ausprobieren ohne Leistungsdruck“, sagt Chirine Schmid.

Grundlegende Bewegungsformen wie Rollen, Schwingen, Klettern, Werfen oder Fangen werden spielerisch vermittelt. Das Programm richtet sich nach den Grundsätzen des Kindersportschul-Konzeptes des Schwäbischen Turnerbundes (STB). Wie bei den anderen Kiss-Anbietern sind die Gruppen auf maximal 15 Kinder beschränkt, um auf jeden Teilnehmer eingehen zu können.

Was den Kindersportverein allerdings von den üblichen Zertifizierungsstandards abhebt, ist, dass es sich bei den insgesamt 15 Übungsleitern um hauptamtliche Sportfachkräfte mit abgeschlossenem Studium handelt. „Das garantiert Unterricht auf hohem Niveau, und bei uns ist noch nie ein Kurs ausgefallen“, sagt Chirine Schmid.

19,50 Euro im Monat zahlen die Eltern

Für diesen Service sind die Eltern bereit, einen etwas höheren Beitrag zu leisten, der bei 19,50 Euro im Monat liegt. Die von den Sportvereinen angebotenen Kiss-Kurse sind rund drei Euro billiger. „Wir konkurrieren nicht wirklich mit den anderen Vereinen, weil wir nur in Möhringen und Vaihingen Angebote machen“, sagt Jochen Weiss, der beim Kindersportverein für Kiss zuständig ist. 2007 begann Chirine Schmid mit 90 Kindern in zehn Kursen.

„Ich dachte, ich kann das allein bewältigen“, sagt die zweifache Mutter. Mittlerweile bietet ihr Team 100 Kurse an zwölf Standorten an. Ergänzt wird die breite Palette durch attraktive Ferienprogramme, Schwimmkurse sowie Kindertanz, Fußball oder Jonglieren. Der Kindersportverein kooperiert zudem mit Schulen in Vaihingen und Möhringen. „Da unsere Kurse meist in Schulen stattfinden, bekommen wir auch den Spagat zwischen Sport und Unterricht hin“, sagt Chirine Schmid.

Auffällig sei jedoch, dass viele Eltern ihre Kinder mit dem Eintritt in die Grundschule von Kiss abmelden. „Nach sechs Monaten merken sie dann, dass sich Sport und Schule vereinbaren lassen, und kommen wieder“, sagt Chirine Schmid. Probleme mit den örtlichen Vereinen gibt es nicht, da die Kinder spätestens mit zwölf Jahren von Kiss auf eine Sportart umsteigen. „Und dann profitieren die Vereine wiederum von den Vorkenntnissen, die die Jugendlichen mitbringen“, sagt die 34-Jährige.

Die Zumbastunde ist inzwischen beendet. Und falls die Eltern, die vor der Tür warten, ebenfalls Lust bekommen haben sollten – am Donnerstagabend bietet der Kindersportverein auch einen Kurs für Erwachsene an.

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