Gerüste statt spielender Kinder: der Bewegungskindergarten in Schorndorf wird später fertig. Foto: Gottfried Stoppel

Der Einzugstermin für das Schorndorfer Kinderhaus Purzelbaum wird noch einmal verschoben. Grund ist unter anderem, dass es zweimal Wasserschäden auf der Baustelle gab. Für die bereits angemeldeten Kinder wird nach einer Lösung gesucht.

Schorndorf - Eigentlich – so war einmal der Plan – hätte das Kinderhaus Purzelbaum bereits kurz vor Beginn der Remstal-Gartenschau eröffnen sollen. Statt spielender Kinder sind in dem Bewegungskindergarten im Sportpark Rems jedoch immer noch Bauarbeiter zu sehen: Am Dienstag hat der Schorndorfer Finanzbürgermeister im Technischen Ausschuss des Gemeinderates öffentlich bekannt gemacht, dass der Einzugstermin für den Bewegungskindergarten im Sportpark Rems noch einmal verschoben werden muss. Bei der Stadt wird nun der 1. Januar 2020 angepeilt.

Erste Verzögerungen durch aufwendigen Aushub

Bereits im vergangenen Jahr war der Termin erst auf Juli, schließlich auf September korrigiert worden. Dafür verantwortlich waren aufwendige Aushubarbeiten: Die Einrichtung steht auf dem Gelände des ehemaligen Freibads, die Becken waren nach der Schließung von einigen als Deponie für Schutt und Schrott genutzt worden. Zudem waren Umplanungen für das Gebäude notwendig, um dem gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen für Unterdreijährige Rechnung zu tragen.

„Bei diesem Projekt ist von Anfang an der Wurm drin gewesen“, sagt Thorsten Englert. Für die neuesten Planänderungen gebe es vielzählige Gründe. Grundsätzlich sorge die Bauhochkonjunktur dafür, dass Firmen mit vollen Auftragsbücher trotz unzureichender Kapazitäten Arbeiten annehmen und dann mit zu wenig Personal auf die Baustelle kommen würden. „Das hat einigen zeitlichen Verzug mit sich gebracht und wir als Stadt können keine Vertragsstrafen androhen“, sagt Thorsten Englert. Die Hochkonjunktur sorge zudem für Lieferengpässe: Bis bestellte Türen oder Fenster kommen würden, dauere es bis zu 16 Wochen.

Zu diesen allgemeinen Probleme kommt im Fall des Kinderhauses, dass es in den vergangenen Monaten zwei Wasserschäden gab. Im Frühjahr war bei Dauerregen Wasser durch Fenster gekommen, vor kurzem drang wegen einem undichten Dachablauf Wasser in das Bauteil zwischen Kindergarten und Turnhalle ein. „Da ist geschludert worden“, sagt Englert.

Die Kinder sollen interimsweise in der Kita Sonnenbogen unterkommen

Betroffen von der Terminänderung sind nun vor allem die 20 Kinder, die ab dem 1. September nach und nach in der neuen Einrichtung hätten eingewöhnt werden sollen. Zudem sollten zwei Gruppen der Kita Sonnenbogen, die danach aufgelöst wird, in das neue Gebäude einziehen. „Wir planen, dass wir im Sonnenbogen interimsweise eine dritte Gruppe einrichten, um die 20 Kinder auf der Liste betreuen zu können“, erläutert Englert. Insgesamt kommen in dem Kindergarten mit der angegliederten Bewegungswelt sechs Gruppen unter.

Budget für Kinderhaus Purzelbaum soll trotzdem gehalten werden

Der Finanzbürgermeister ist zuversichtlich, dass trotz allem der Kostenrahmen für die Einrichtung nicht gesprengt werden muss. Dieser liegt bei 8,4 Millionen Euro, „und ich denke, dass wir im schlimmsten Fall bei 8,7 Millionen Euro landen.“ Thorsten Englert ist froh, dass die beiden neuen Kindertageseinrichtungen im Stöhrerweg und in der Haldenstraße im Generalübernehmer-Verfahren erstellt werden und dort die gesamte Ausführung in eine Hand gegeben wird. „Das gibt uns mehr Sicherheit, bei den Kosten und den Terminen.“

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