Das Gebäude des Dschungelkindergartens ist sanierungsbedürftig. Foto: Natalie Kanter

Die Kosten für den Umbau des evangelischen Dschungelkindergartens in Echterdingen werden neu berechnet. Ein Fachausschuss gibt dennoch grünes Licht.

Echterdingen - Das Haus ist in die Jahre gekommen. Die Fassade bräuchte dringend einen neuen Anstrich. Die Fenster sind veraltet und zumindest im Obergeschoss winzig klein. Die Rede ist von dem Gebäude des evangelischen Dschungelkindergartens. Die Stadtverwaltung beschreibt den Zustand als „sanierungsnotwendig, insbesondere was die energetische Seite anbelangt“. Dennoch toben, wenn alles nach Plan läuft, bereits Ende 2013 zusätzlich zu den Kindergartenkindern auch zehn Kleinkinder durch das Gebäude.

Eine Gruppe für Ein- bis Dreijährige soll an der Echterdinger Bismarckstraße untergebracht werden. „Die Stadt hat den Bedarf. Wir waren bereit, das Gebäude zur Verfügung zu stellen“, sagt Pfarrer Joachim Scheuber. Zwei Wohnungen im Obergeschoss werden dafür umgebaut, so der Plan. Die Idee einen Anbau an das bestehende Gebäude zu schaffen, wurde verworfen. Die Kirchengemeinde unterhält insgesamt drei Kindergärten mit sieben Gruppen. Deren Schützlinge sind in der Regel drei Jahre und älter.

Ausschuss gibt grünes Licht

Grünes Licht für dieses Vorhaben gab es vor kurzem auch seitens der Stadträte des Verwaltungs-, Kultur-, und Sozialausschusses. „Der Grundsatzbeschluss ist gefallen“, resümiert Manfred Kern, Leiter des Amtes für Schule, Jugend und Vereine. „Wir können also weiter planen.“ Nur über die Baukosten konnte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung nicht abstimmen. Der Grund: Über die finanzielle Größenordnung des Projektes gibt es verschiedene Auffassungen.

Die Verwaltung ging bis vor kurzem davon aus, dass der Umbau und die Sanierung insgesamt mit rund 600 000 Euro zu Buche schlagen werden. Die Stadtkasse hätte in diesem Fall mit rund 480 000 Euro belastet werden müssen. Zur Erklärung: Die Stadt und die Kirche teilen sich die Kosten. Der städtische Anteil ist jedoch um einiges größer, als der kirchliche. Mit Zuschüssen des Bundes wird zudem gerechnet. Eine Gutachterin des Oberkirchenrates kam jedoch zu dem Schluss, dass man insgesamt eher mit bis zu 800 000 Euro rechnen muss.

Oberbürgermeister Roland Klenk sagte deshalb in der Sitzung: „Es macht wenig Sinn, dass wir heute darüber abstimmen.“ Das Gremium signalisierte der Kirchengemeinde aber, dass es generell zur Mitfinanzierung bereit ist.

Realistische Zahlen

Ein Architekt wurde nun beauftragt, die Kosten erneut zu berechnen. „Er wird sich das Ganze noch mal anschauen“, sagt Scheuber. „Wir wollen realistische Zahlen.“ Kern versprach den Stadträten, in der nächsten Sitzung des Gemeinderates, die für Anfang November terminiert ist, aktuelle Zahlen zu liefern.

Die Stadt steht auch in diesem Fall unter Zeitdruck. Denn um die Bundeszuschüsse zu erhalten, muss das Gebäude bis Ende 2013 fertig umgebaut und der Umbau abgerechnet sein. „Diese schwäbische Hudlerei muss aufhören“, sagte dazu Oberbürgermeister Klenk. „Das ist keine Schafferei.“

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