Die Tagesmutter Kornelia Wüst mit zwei ihrer Betreuungskinder. Eine ihrer Kolleginnen spricht beim Informationsabend über den Alltag in der Tagespflege. Foto: z/Tageselternverein Kreis Esslingen

Der Tageselternverein im Kreis Esslingen sucht Menschen, die sich zur Tagesmutter oder zum Tagesvater ausbilden lassen wollen. Worauf es dabei ankommt, verrät Carmen Silberberger, Sozialpädagogin beim Verein, im Interview.

Leinfelden-Echterdingen - Wenn Mutter und Vater nach der Elternzeit in ihren Beruf zurückkehren wollen, fragt sich: Wer betreut ihr Kind, solange sie arbeiten gehen? Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen, sei es in Kitas oder sonst wo, ist ungebrochen groß. Der Tageselternverein im Landkreis Esslingen lädt am Donnerstag, 25. Januar, zum Informationsabend. Im Interview spricht die Sozialpädagogin Carmen Silberberger, Fachberaterin beim Tageselternverein, darüber, für wen Tagespflege in Frage kommt und wie man sich selbst zur Tagesmutter oder zum Tagesvater ausbilden lassen kann.

An wen richtet sich der Informationsabend?
Wir wollen einerseits Eltern ansprechen, die ihr Kind in Tagespflege geben wollen. Viele haben dazu noch nicht viele Informationen, kennen sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und den finanziellen Fördermöglichkeiten nicht aus. Andererseits ist es uns auch sehr wichtig, neue Tageseltern zu gewinnen. Wir wollen Lust auf diesen Beruf machen. Eine unserer langjährigen Tagesmütter, Gabriele Pietsch, wird aus ihrem Alltag berichten.
Wer eignet sich als Tagesmutter oder -vater?
Wir suchen Menschen, die Freude am Umgang mit Kindern haben und ihre Entwicklung fördern möchten, die kontaktfreudig und einfühlsam sind. Und etwas Organisationstalent mitbringen. Von Vorteil ist es, dass die Tageseltern selbst bestimmen können, welchen Betreuungsumfang sie anbieten. Vorrangig werden die Kinder in den eigenen Räumen betreut. Es gibt auch die Option, als Kinderfrau in den Haushalt der Eltern zur Betreuung zu gehen, oder als dritte Form die Tagespflege in anderen, angemieteten Räumen. Dabei ist auch vonseiten der Stadt das Interesse da, dies zu unterstützen und zu fördern.
Die Stadt Leinfelden-Echterdingen unterstützt den Ausbau der Tagespflege und verbessert immer wieder die Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch eine bessere Vergütung in den Randzeiten. Wie wichtig ist das für Ihre Arbeit?
Das ist ein sehr wertvoller Baustein, nicht nur für künftige, sondern auch für unsere bereits bestehenden Tageseltern. Denn so können wir bessere Angebote machen. Auch die Gleichrangigkeit von Tagespflege und Kindertagesstätte ist hier in L.-E. weit vorangetrieben, was die Förderung, aber auch Fortbildungen angeht. Wir begegnen uns auf Augenhöhe.
Wenn ich Tagesmutter werden will, was sind die nächsten Schritte?
Wir wollen die Hemmschwelle so niedrig wie möglich halten, damit alle, die Lust darauf haben, auch ihren Weg zu uns finden. Es gibt ein erstes, unverbindliches Eignungs- und Kennenlerngespräch mit uns. Auch danach sind wir stets der erste Kontakt, wenn Fragen aufkommen, wir beraten gerne. Dann gilt es, die Qualifizierung als Tagesmutter oder -vater zu erwerben. Dazu gibt es einen Abendkurs, der am 9. April an der Volkshochschule in L.-E. beginnt.
Was schätzen Eltern an der Betreuung durch Tagesmütter und -väter?
Die Betreuung des Kindes geschieht im familiären Umfeld durch eine konstante Bezugsperson. Es gibt einen sehr engen Austausch zwischen Eltern und Tagesmutter. Auch Kinder mit besonderem Förderbedarf können im überschaubaren Rahmen der Kindertagespflege betreut werden. Da die Betreuung von null bis 14 Jahre möglich ist, kann eine langjährige Bindung zur Tagesmutter oder zum Tagesvater aufgebaut werden. Außerdem kann die Betreuung sehr flexibel stattfinden und so auch unterschiedliche Arbeitsschichten der Eltern abdecken. Die Eltern entscheiden sich meistens sehr bewusst für Tageseltern. Darum sind wir auch gut ausgelastet, und die Nachfrage ist durchaus da. Es kommt auch vor, dass Eltern, die ihr Kind eigentlich betreuen lassen wollten, sich selbst dafür entscheiden, sich zur Tagesmutter oder zum Tagesvater ausbilden zu lassen.
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