Mitarbeiter einer Landschaftsgärtnerei karren Mutterboden auf den bereits eingezäunten Interims-Bolzplatz in Echterdingen. Foto: Norbert J. Leven

Ein neuer Bolzplatz am Lehmgrubenweg ist der Vorbote für die dringend benötigte Kindergarten-Übergangslösung im Echterdinger Norden.

Echterdingen - Der Maschendrahtzaun glänzt in der Frühlingssonne, Mitarbeiter einer Landschaftsgärtnerei verteilen schubkarrenweise Mutterboden auf dem neu entstandenen Viereck am Lehmgrubenweg, Ein Torgestänge dient als Jackenhalter. In ein paar Wochen soll der neue Bolzplatz im Echterdinger Norden betriebsbereit sein.

Der Kickplatz über dem S-Bahn-Tunnel wird für eine Übergangszeit benötigt. Das angestammte Areal ein paar Meter weiter westlich haben die Stadtverwaltung und der Gemeinderat für den Bau eines Inter-imskindergartens auserkoren. Dieser Standort ermöglicht – wie ausführlich berichtet – Synergien im Betrieb mit dem Kinderhaus im Neubaugebiet Aicher Weg/Layhweg.

Eröffnung im Mai geplant

Von Neubauaktivitäten ist auf dem Gelände beim Kinderhaus noch nichts zu bemerken. Hinter den Kulissen wird aber an dem Projekt mit Hochdruck gearbeitet. Sozialbürgermeister Alexander Ludwig ist guter Dinge, dass die Inbetriebnahme der zusätzlichen Kinderbetreuungseinrichtung wie angekündigt erfolgen kann: „Ich hoffe, dass wir den Termin im Mai halten können“, sagt er.

Was noch fehlt, ist die Baugenehmigung. Da sich der Gemeinderat für eine Containerlösung entschieden hat, kann die Inter-imslösung relativ zügig nach dem Aufstellen in Betrieb genommen werden. Für knapp 582 000 Euro kauft die Stadt das Gebäude. Dies hatte Oberbürgermeister Roland Klenk bereits am 12. Februar per Eilentscheidung verfügt und damit einem einmütigen Wunsch der Stadträte im Technischen Ausschuss entsprochen. Sie hatten die von der Verwaltung ursprünglich vorgeschlagene Anmietung des Containers als angesichts von Kosten in Höhe von 273 000 Euro für zwei Jahre als unwirtschaftlich eingestuft.

Starke Nachfrage nach Betreuungsplätzen

Mit der Eröffnung einer Interimsgruppe reagiert die Stadt Leinfelden-Echterdingen auf eine starke Nachfrage, die die Zahl der Kinderbetreuungsplätze im Echterdinger Norden übersteigt. Die Stadt war laut ihrer Darstellung zum einen von dem Tempo der Aufsiedlung im Neubaugebiet Aicher Weg/Layhweg überrascht worden. Zum anderen liegt die Nachfragequote speziell in Echtgerdingen deutlich über den von Bund und Land bereitgestellten Pro-gnosen zur Inanspruchnahme.

Im Mai und Juni vergangenen Jahres hatten Gemeinderatsgremien auf den Platzmangel reagiert und eine Übergangslösung zum 1. Januar 2015 beschlossen. Diese sei aufgrund von Verfahrensverzögerungen jedoch nicht zu halten gewesen, heißt es in der Begründung des Oberbürgermeisters zu Eilentscheidung.

Container für zwei Gruppen

In dem nun für eine – zeitlich nicht exakt fixierte – Übergangszeit angeschafften Container sollen zwei Kleinkindgruppen unterkommen. Die erste Gruppe, die dort einziehen wird, ist zurzeit noch in der Goldwiesenschule untergebracht. Die Stadt spricht in diesem Zusammenhang von einer „Notlösung“, mit der man den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kinderbetreuungsplatz gewahrt habe. Diese Gruppe werde mitsamt dem Personal umziehen, erläutert Bürgermeister Ludwig auf Nachfrage. „Für die im Herbst dazukommenden Kinder haben wir bereits personell Vorsorge getroffen.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: