Der Gemeinderat hat das Geld für Hunderte weitere Kita-Plätze schon bereitgestellt. Ende 2017 soll der Bedarf in Höhe von 61 Prozent fast komplett gedeckt sein. Foto: dpa

Noch stehen im gesamten Stuttgarter Norden rund 550 Kinder auf den Wartelisten. Das soll sich aber bald ändern. Viele Kitas sind in der Planung oder im Bau. Wenn sie eingeweiht werden, wird sich die Situation merklich verbessern.

Stuttgarter Norden - Rund 3500 Kinder unter drei Jahren stehen in Stuttgart auf den Wartelisten für einen Kita-Platz (Stichtag 1. März 2015). Zu diesem Zeitpunkt konnten 40,6 Prozent der Mädchen und Buben in dieser Altersklasse in einer Einrichtung betreut werden. Ende 2017 sollen die fehlenden Plätze aber fast alle geschaffen sein.

Diese Zahlen und viele weitere Zahlen werden am kommenden Montag, 14. Dezember, im Jugendhilfeausschuss des Stuttgarter Gemeinderats öffentlich vorgestellt. In der Sitzung wird es dann auch um die Situation im Stuttgarter Norden gehen. Der aktuelle Wartelistenabgleich hat ergeben, dass in Botnang, Stammheim, Zuffenhausen, Weilimdorf und Feuerbach insgesamt 549 Kita-Plätze für unter Dreijährige fehlen. Allerdings sind – Stand 1. März 2015 – auch 661 Plätze vom Gemeinderat bewilligt und zum größten Teil schon in der Umsetzung. Somit gibt es zumindest in der Theorie im Stuttgarter Norden bald ein Überangebot von 112 Betreuungsplätzen im Kleinkindbereich.

Vor allem in Zuffenhausen tut sich derzeit sehr viel. Der Versorgungsgrad liegt bei etwa 31 Prozent – erforderlich sind allerdings 44 Prozent. Momentan fehlen somit 150 Plätze. „Sobald die bereits beschlossenen 244 Kleinkindplätze umgesetzt sind, verbessert sich die Versorgung im Bezirk voraussichtlich auf zirka 47 Prozent“, heißt es in der Vorlage an den Gemeinderat. In Arbeit seien unter anderem die Kita der evangelischen Kirchengemeinde an der Bietigheimer Straße, eine fünfgruppige Einrichtung Im Raiser und die Kita an der Elsässer/Lothringer Straße.

In Feuerbach fehlen derzeit 149 Kleinkindplätze

Bei den Mädchen und Buben im Alter zwischen drei und sechs Jahren liegt der Versorgungsgrad bei 103 Prozent und bald sogar bei 106 Prozent. „Diese aktuelle und perspektivische Versorgungsquote lässt Spielräume für eine wachsende Anzahl von Kindern, die weiterhin in den Flüchtlingsheimen im Bezirk zu erwarten sind“, schreiben Mitarbeiter des Jugendamtes in der Vorlage.

Eine ähnliche Situation bei den Drei- bis Sechsjährigen herrscht aktuell in Feuerbach. Die Versorgung sei momentan gewährleistet (102 Prozent). Allerdings könne sich das auch schnell ändern. „Mit Bezug der großen Flüchtlingsunterkünfte an der Wiener und der Krailenshaldenstraße wird mit einem Platzbedarf für knapp 30 Kinder ab drei Jahren kalkuliert“, heißt es beim Jugendamt. „Die Betreuung für einen Teil dieser Kinder muss noch gesichert werden.“ Problematischer ist hingegen die Situation bei den Kleinkindern: Derzeit fehlen 149 Plätze. Allerdings sind nur 79 in Planung. Der benötigte Versorgungsgrad von 52 Prozent wird also um acht Prozent verfehlt. Und das, obwohl die städtische Kita Hohewartstraße, die evangelische Kita Sauerlandstraße sowie der bis Ende 2018 genutzte Standort Weilimdorfer Straße 90 vor kurzem in Betrieb gegangen sind und unter anderem auch die neue Kita des CJD an der Wiener Straße eingerechnet ist.

Auch in Botnang werden wohl noch einige Monate lang Betreuungsplätze fehlen. Auf der Warteliste stehen 69 Kinder unter drei Jahren. 50 Mädchen und Buben können sich Hoffnung machen, bald einen Platz zu bekommen. Der komplette Bedarf wird auch mit den schon beschlossenen Maßnahmen nicht gedeckt. Laut Stadt ist auch „die Überalterung in den Hanglagen“ ein Unsicherheitsfaktor. „Hier könnte in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel anstehen.“ Ein Defizit besteht auch bei den Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Der Versorgungsgrad liegt bei 78 Prozent. „Nach vollständiger Umsetzung aller beschlossenen Vorhaben wird der Wert auf 98 Prozent steigen“, heißt es in der Vorlage. Damit werde der Bedarf wohl gedeckt sein.

Auch in Weilimdorf hinkt man hinterher

In Stammheim werden die Aussichten in allen Altersbereichen von den Experten positiv bewertet. Derzeit fehlen im Kleinkindbereich zwar noch 28 Plätze, aber durch die bereits bewilligten neuen Gruppen wird der Versorgungsgrad bald bei 65 Prozent liegen. Das entspricht einem Überangebot von 58 Plätzen. Dafür würden unter anderem die schon eingeweihte sechsgruppige Tageseinrichtung an der Ottmarsheimer Straße 45 und die geplante Erweiterung der Kita an der Burtenbachstraße sorgen. Letztere Einrichtung soll im Dezember kommenden Jahres mit vier zusätzlichen Gruppen eröffnen. Auch für die Mädchen und Buben im Alter zwischen drei und sechs Jahren ist gesorgt. Aktuell liegt der Versorgungsgrad bei 107 Prozent.

Von solchen Zahlenwerten kann man in Weilimdorf nur träumen. Bei den Drei- bis Sechsjährigen sind 93 Prozent der Kinder versorgt. „Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass alle einen Betreuungsplatz erhalten“, heißt es in der Vorlage. Aktuell stehen 153 Kleinkinder auf der Warteliste. „Aufgrund des eklatanten Mangels in den letzten Jahren wurden rund 200 neue Plätze beschlossen“, schreiben die Mitarbeiter des Jugendamtes. Diese Plätze konnten allerdings nur zu einem geringen Teil in Betrieb gehen. Das liege an den zeitintensiven baulichen Maßnahmen und am Personalmangel für Fachkräfte.

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