Mit den Fachleuten informiert Bürgermeister Stefan Altenberger die Bürger. Foto: Käser

Bei einer Bürgerinformation erfahren Bewohner Einzelheiten zum Ausbau der „Römer“ Tulpenstraße.

Rommelshausen - Mit dem Römer Carré ist das erste Ergebnis schon sichtbar. Nun will die Gemeinde Kernen weitere Planungen im Quartier Tulpenstraße, nämlich das Umfeld um die Kerner Volksbank und das Carré sowie die Quer­ung Karlstraße, die Parksituation in der Tal­straße und die Erschließung des Baugebiets Tulpenstraße angehen.

Bestrebungen, Flächen des zentrumsnahen Gebietes östlich der Tulpenstraße in Rommelshausen zu bebauen, gibt es schon seit längerem. „Nachdem aber 30 Jahre nur darüber gesprochen wurde, sind wir jetzt auf dem Weg“, sagte Kernens Bürgermeister Stefan Altenberger vor etwa 100 Bürgern im evangelischen Gemeindehaus. Wie das Gebiet einmal aussehen soll, erfuhren die Anwohner am Dienstagabend bei einer Bürgerinformationsveranstaltung mit dem Thema „Städtebauliche Entwicklung des Quartiers Tulpenstraße“.

Der jetzige Vorentwurf basiert auf einer Verkehrszählung

Die vom Gemeinderat bevorzugte Variante des städtebaulichen Vorentwurfs basiert auf der Auswertung einer Verkehrszählung im vergangenen Jahr. „Nun geht es darum, die Variante mit Ihnen zu diskutieren. Geben Sie uns Anregungen und Resonanz, denn wir wollen eine frühzeitige Bürgerbeteiligung“, sagte Kernens Bauamtsleiter Horst Schaal. Er wies die Zuhörer darauf hin, dass sie im kompletten Prozess bis zum Beschluss des Bebauungsplans durch den Gemeinderat mehrere Möglichkeiten haben, Einspruch zu erheben.

Die Bebauung entlang der Tulpenstraße soll eine Fläche von 2,5 Hektar umfassen, was eine Überschreitung des Flächennutzungsplans um 0,8 Hektar bedeutet. Die Pläne sehen vor, dass die Tulpenstraße nördlich des Kindergartens zu einem nur teilweise befahrbaren Fuß- und Radweg wird.

Die Tulpenstraße wird ins neue Wohngebiet verschwenkt

Weil die Verkehrszählung ergeben hat, dass es nicht möglich sein wird, die Autos aus der Tulpenstraße zu verlagern, und weil das zukünftige Aufkommen durch das Neubaugebiet auf 2000 Fahrzeuge pro Tag anwachsen wird, kann die Verbindung ins Gewerbegebiet nicht für Autos gesperrt werden, sondern wird ins neue Wohngebiet verschwenkt. Um die Autofahrer zu bremsen, wird die neue Straße kurvig und verkehrsberuhigt ausgebaut. Sie erhält aber auf beiden Seiten Gehwege.

Es sind 45 bis 50 Wohnungen in Häusern mit einem bis zwei Stockwerken und in unterschiedlicher Wohnform geplant. Zudem wird altersgerechtes Wohnen oder der Bau eines Mehrgenerationenhauses von den Fachleuten eingeplant. Die Grünzonen werden bepflanzt und unter anderem für einen Bolzplatz und einen Spielplatz verwendet.

Bürgermeister bezieht klare Position zur „Frischluftschneise“

Das Publikum signalisierte Bürgermeister Altenberger mit seinem Applaus, dass die Resonanz auf die Pläne positiv ist. Die Teilnehmer der Veranstaltung bewegte dann weniger das Neubaugebiet als vielmehr die momentane Verkehrssituation in der Karlstraße. Ob mehr Zebrastreifen, Fußgängerampeln oder Verkehrsinseln angedacht seien, um die Situation um das Carré zu entschärfen, wollten die Bürger wissen. „Ich weiß, dass der momentane Zustand nicht optimal ist, aber so ist das bei einer Baustelle“, sagte Altenberger und bezog auch beim Thema „fehlende Frischluftschneise“ Position: „Im Jahr 1985 wurde der Bebauungsplan für das Carré festgelegt. Damals hat keiner gesagt, hier darf nicht gebaut werden, denn das ist unsere Frischluftschneise.“

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