Die Kulturlandschaft in Kernen soll erfasst werden. Foto: Eva Herschmann

CDU, UFW, SPD, und Offene Grüne Liste legen fünf interfraktionelle Haushaltsanträge vor.

Kernen - Selten sind sich die vier Fraktionen im Kernener Gemeinderat so einig wie bei den fünf gemeinsamen Haushaltsanträgen. Für den Etat 2012 wird Kämmerer Achim Heberle wohl mehr als 35 000 Euro locker machen müssen, um die Forderungen zu erfüllen.

Gemeinderäte beantragen Notebooks

Als geschlossene Front treten CDU, Unabhängige Freie Wähler (UFW), SPD und Offene Grüne Liste (OGL) an, um die Unterrichtssituation der Rumold-Realschule Rommelshausen zu verbessern. Die Gemeinderäte beantragen, einen Klassensatz mit Notebooks, also 30 Geräte, zu erwerben, um den „mobilen und dezentralen Einsatz von internetfähigen Computern“ zu unterstützen, wie sie heutzutage an nahezu jedem Arbeitsplatz benutzt werden. „Nicht nur die Wirtschaft, auch der Bildungsauftrag für die Realschulen in Baden-Württemberg fordert eine differenzierte und den Erfordernissen angepasste Ausstattung im medialen Bereich“, heißt es in dem Antrag. Für die Hard- und Software setzen die Antragsteller Mittel von 17 000 Euro fest, die in den Planansatz eingestellt werden sollen.

Einig sind sich Bürgervertreter über alle Parteigrenzen, dass das Gemeindearchiv mit seinen rund 8000 Aktenbeständen und historischen Unterlagen besser nutzbar sein muss. Mit 8000 Euro soll die „zentrale Einrichtung, um die historische Entwicklung unserer beiden Teilgemeinden Rommelshausen und Stetten und der Gesamtkommune zu dokumentieren und für künftige Generationen bewahren“, in Datensätze konvertiert werden. Eine Tabellensoftware und ein Ersatz für die PC-Ausstattung aus den 90er Jahren sollen gekauft werden.

Hilfskraft zum Erfassen der Streuobstwiesen gefordert

Die Erfassung von Streuobstflächen ist allen Fraktionen wichtig. Diese Wiesen müssten als prägender Bestandteil der Kulturlandschaft dauerhaft bewahrt werden, sagen sie. „Um sie in ihrem Zustand bewerten zu können, soll eine studentische Hilfskraft oder eine andere geeignete Person über den Zeitraum von einem Jahr beauftragt werden, eine Erfassung der Flächen vor Ort durchzuführen sowie die Kontaktaufnahme mit den Eigentümern zu unterstützen.“ 5000 Euro wollen die Räte dafür bereitstellen.

Geld ausgeben wollen sie auch für Vorpraktikanten in den Gemeindekindergärten. Die Regelung, Vorpraktikanten unentgeltlich einzusetzen, sei nicht zeitgemäß, kritisieren die Antragsteller. „Mit einer kleinen Vergütung werden Berufseinsteiger motiviert, zudem wird ihre Leistung anerkannt.“ Die Höhe der Vergütung soll sich an der Dauer des Praktikums, an der Anzahl der Einsatztage und an den Sätzen der kirchlichen Kindergärten orientieren. Die Verwaltung wird aufgefordert, ein „geeignetes Raster“ zu entwickeln, nach dem künftig verfahren wird. „Entsprechende Mittel sind in den Haushalt 2012 und fortfolgend einzustellen.“

Jörg Schlaich hat die Vertreter im Gemeinderat ebenfalls geeint. Dem Lebenswerk des aus Stetten stammenden Bauingenieurs, der 2010 mit der Ehrenmedaille der Gemeinde ausgezeichnet wurde, wird 2013 eine umfangreiche Ausstellung gewidmet. Die Gemeinde soll den Verein für Heimat und Kultur bei der Vorbereitung, Erstellung, Präsentation und Bewerbung unterstützen und dafür 5000 Euro in den Etat 2012 einstellen, lautet der Antrag. „Da es sich bei Jörg Schlaich um eine bundesweit und darüber hinaus bekannte Persönlichkeit handelt, soll auch die Werbung für diese Ausstellung dementsprechend gestaltet werden.“ Die Ausstellung zum 30-Jahr-Jubiläum des Vereins für Heimat und Kultur wird neun Monate im Museum unter der Y-Burg zu sehen sein.

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