Im Hallenbad arbeiten die Handwerker mit schwerem Foto: Sigerist

Das Hallenbad in Rommelshausen wird für rund drei Millionen Euro komplett saniert. Handwerker arbeiten mit schwerem Gerät.

Rommelshausen - In großen orangefarbenen Buchstaben leuchtet der Schriftzug „Hallenbad“ auf grauem Untergrund. Ohne Namen wäre das „Römer“ Bad momentan auch nicht als solches zu erkennen. Nackte Betonwände, ausgehobene Erdgruben, freigelegte Rohre und zahlreiche Bagger – das gesamte Gebäude an der Stettener Straße wurde in seinen Rohbauzustand zurückversetzt. Alle Fliesen wurden abgeschlagen, einzig das Gerippe steht noch.

Im Januar nahmen die Handwerker ihre Arbeit auf. Das an die Turnhalle angrenzende Bad wurde bis auf die Außenmauern entkernt, nur Stützen und Dachkonstruktion blieben erhalten. Rund 15 Monate sind für die Generalsanierung – Hauptgrund war das überschwappende Beckenwasser, das für Betonschäden gesorgt hat – veranschlagt worden. „Im ersten Quartal 2013 wollen wir fertig sein und den Badebetrieb wieder aufnehmen“, sagt Bauamtsleiter Horst Schaal. Derzeit sei das ein realistisches Ziel: „Wir liegen zwar wegen des Frostes eine Woche zurück, aber sonst passt alles, auch der finanzielle Rahmen.“

Rund drei Millionen Euro kostet die Sanierung

Rund drei Millionen kostet die Komplettsanierung des 70er-Jahre-Baus. Horst Schaal ist sich sicher: Hätte man alles abgerissen und einen Neubau hingestellt, wäre es viel teurer: „Dass der Rohbau als Grundlage für die Sanierung dient, spart der Gemeinde etwa 30 bis 35 Prozent der Gesamtkosten.“ Lange Zeit wurde diese Frage, ob saniert oder neu gebaut werden soll, im Gemeinderat diskutiert. Auch die Möglichkeit, die Neuerungen nach und nach auszuführen, war im Gespräch. Das hätte bedeutet, das Hallenbad über Jahre hinweg immer wieder schließen zu müssen, sagt der Bauamtsleiter: „Das wäre auch energetisch schlechter gewesen. Die Komplettsanierung auf einmal war der richtige Weg.“

Der Technikraum wird komplett erneuert

Das sanierte und verschönerte Hallenbad wird einige Besonderheiten aufweisen. So wird der gläserne Kubus ein Dampfbad, eine Erlebnis- und Aromadusche, einen neuen Kinderbereich mit Kleinkind- und Seniorenbecken, Wärmebänke, einen Wasserigel, eine Rutsche sowie Massagedüsen für die künftigen Besucher bereithalten. „Nur ob wir zur Glasfassade noch ein Glasstahl-Vordach brauchen, weiß ich nicht. Ganz so futuristisch muss es glaube ich nicht werden“, sagt Horst Schaal. Wenn die Arbeiten Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sind, wird auch der Arbeitsplatz von Schwimmmeister Thorsten Köble einen neuen Anstrich vorweisen. Vor allem der Technikraum wird komplett erneuert. In den unterkellerten Bereich wird auch ein Blockheizkraftwerk eingebaut. „Das wird ergänzend zu dem schon in der Rumold-Realschule bestehenden in den großen Kreislauf eingespeist“, erklärt Schaal. Zudem werde der Personalraum ausgelagert und großzügiger gestaltet.

Für Atmosphäre sorgen Lichteffekte

Noch braucht es Fantasie, um sich vorzustellen, wie in dem momentan leeren Betonbecken wieder Schwimmer ihre Runden drehen, um sich danach auf der verbreiterten Fläche rund um das Schwimmbecken auf den Liegen auszustrecken. „Das gesamte Tragewerk wird nicht mehr ausgelagert, sondern in die Außenwand eingebunden sein“, sagt Schaal. So gäbe es keine Kältebrücken mehr und man gewinne drei Meter zwischen Becken und Wand. „Der Abstand beträgt dann insgesamt mehr als fünf Meter. Da lassen sich Liegen und Tische aufstellen.“ Für eine passende Atmosphäre im neuen Bad – auch die Kabinen, die Duschen sowie die Toiletten werden erneuert – sollen Unterwasserscheinwerfer und eine reflektierende Decke sorgen. Das Becken wird gefliest. Im Inneren seien die Temperaturschwankungen nicht so groß, dass man hätte Edelstahl verwenden müssen. „Außerdem sind Fliesen günstiger und schöner“, sagt Schaal.

Ob es einen neuen Schriftzug für das Bad gibt, ist indes noch offen.

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