Martin Schröter ist der BUND-Vorsitzende in Rommelshausen und Stetten. Foto: Herschmann

Die BUND-Ortsverbände beklagen den Schwund von aktiven Mitgliedern. Um handlungsfähig zu bleiben, wird über Fusionen nachgedacht.

Kernen - Wenn der Ortsverband Kernen im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am 27. März, 20 Uhr, seine Mitgliederversammlung in der Vereinsgaststätte des TV Stetten veranstaltet, geht es um eine einschneidende Veränderung: Im Rahmen der Versammlung sollen die Mitglieder über einen Antrag abstimmen, Fusionsverhandlungen mit dem Nachbar-Ortsverband Waib­lingen aufzunehmen. „Nicht nur bei uns in Kernen, sondern auch einige weitere Ortsverbände im unteren Remstal haben einen großen Schwund an aktiven Mitgliedern“, sagt Martin Schröter, der BUND-Vorsitzende in Rommelshausen und Stetten.

In informellen Gesprächen innerhalb des Kreisverbands haben sich die Vorsitzenden betroffener Ortsvereine laut Schröter bereits darüber verständigt, Bezirksverbände zu gründen. Die Mitgliederzahlen sind zwar über die Jahre relativ stabil geblieben, die örtliche Gruppe in Kernen hat rund 140 Mitglieder, die Waiblinger mehr als 300. Es besteht allerdings ein großes Missverhältnis zwischen aktiven und passiven Mitgliedern. „Wir haben gerade noch sechs Aktive, bei den Waiblingern sieht es noch düsterer aus, dort sind es gerade noch drei“, sagt Martin Schröter. Aufgaben zu verteilen, sei in diesen Ortsverbänden fast nicht mehr möglich, die Mitgliederversammlungen seien seit Jahren extrem schlecht besucht. „Es gibt einen großen Pool, der für den BUND spendet, aber kaum jemanden, der sich aktiv einbringen will“, sagt Schröter.

Thema S21 hat den BUND „sehr viel Kraft gekostet“

Ein Grund dafür ist wohl das Thema Stuttgart 21, das den BUND in den vergangenen zwei Jahren „sehr viel Kraft gekostet“ habe, erklärt der Vorsitzende. Für die Hauptverantwortlichen der Region sei dieses Thema zentral gewesen. „Das ging zu Lasten der Aufgaben in den Orten“, sagt Schröter. Um handlungsfähig zu bleiben, seien Fusionen unausweichlich.

Wie auch in Kernen mit dem Verein K 21 hätten sich zu Stuttgart 21 vielerorts eigene Vereine gebildet: „Man konnte dieser Dynamik keinen Einhalt gebieten“, sagt Schröter. In den einzelnen BUND-Ortsverbänden war dieses Zukunftsthema kontrovers diskutiert worden. „Wir haben es vielleicht zu wenig zu unserem ureigenen Thema gemacht“, sagt Schröter.

Traditionelle Umweltthemen sind vernachlässigt worden

Wenn auch die traditionellen Themen in den vergangenen zwei Jahren vernachlässigt worden seien, so wollen die Aktiven jetzt die Felder Umwelt und Naturschutz wieder mehr in den Fokus rücken. Weniger Politik, mehr Naturerlebnis und Pflege von Biotopen soll die Arbeit des BUND bestimmen. „So wie es lief, war es richtig und wichtig, aber jetzt müssen wir uns neu besinnen“, sagt der Umweltschützer. Schröter hofft auf guten Besuch der Mitgliederversammlung. Die Abstimmung, ob offizielle Fusionsgespräche geführt werden sollen oder nicht, ist kein Selbstläufer. „Ich glaube schon, dass es dazu auch kritische Stimmen geben wird“, sagt Schröter. Wenn der Antrag durchgeht, werden die BUND-Vorstände von Waiblingen und Kernen die Fusion für das Jahr 2013 vorbereiten.

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