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Claudia Pechstein will trotz der verpassten Olympia-Chance nicht aufgeben. Beim Weltcup der Eisschnellläufer in Salt Lake City hatte sie über 3000 Meter nur den 13. Platz belegt.

Salt Lake City - Claudia Pechstein will trotz der verpassten Olympia-Chance nicht aufgeben. "Das war definitiv nicht mein Karriere-Ende", behauptete sie, nachdem sie zuvor in Tränen ausgebrochen war.

Mit schweren Beinen und ohne die gewohnte Power hatte die 37-jährige Berlinerin beim Weltcup der Eisschnellläufer in Salt Lake City über 3000 Meter nur den enttäuschenden 13. Platz belegt. Damit verfehlte die wegen auffälliger Blutwerte weiter gesperrte Olympiasiegerin die Olympia-Norm deutlich. Eine solch schlechte Platzierung auf der Langstrecke war für die fünfmalige Olympiasiegerin im Weltcup zuletzt vor 13 Jahren registriert worden.

Wie für ihre Zukunft die Weichen gestellt werden, darüber entscheidet das Schweizer Bundesgericht. In der Revisions-Verhandlung, die erst im kommenden Jahr stattfinden wird, geht es für Pechstein jetzt nicht mehr um Olympia, aber um ihre Reputation und ihre berufliche Zukunft bei der Bundespolizei. Immer wieder hatte die Berlinerin betont, nie gedopt zu haben. Der Weltverband ISU sah das anderes und sperrte sie aufgrund nur eines auffälligen Blutwertes. Der Sportgerichtshof CAS hatte dieses Urteil bestätigt.

Nach dem Rennen schüttelte sie immer wieder den Kopf und meinte: "Es ging schwer. Mit diesem Rennen kann ich natürlich nicht zufrieden sein." Unmittelbar danach wurde sie zu einer Doping-Kontrolle gerufen und konnte sich das Rennen nicht mehr bis zum bitteren Ende ansehen. "Was ist das für ein Umgang mit einer erfolgreichen Athletin, wenn man direkt nach dem Rennen zur Doping-Kontrolle gerufen wird. Die wollen mich zermürben, doch ich werde weiter kämpfen", kündigte sie frustriert an. "Was soll man erwarten, wenn man unter solchen Bedingungen trainieren musste wie Claudia. Hut ab vor ihrer Moral, dass sie das ganze Jahr noch voll durchgezogen hat", meinte Bundestrainer Markus Eicher.

Erwirkt hatte Pechstein die Starterlaubnis für den ersten Wettkampf nach zehn Monaten in einem in der Sportwelt bisher einmaligen Vorgang mit einem Eilantrag. Das Schweizer Bundesgericht war am Mittwoch überraschend ihrem Gesuch gefolgt, um ihr die letzte theoretische Olympia-Chance einzuräumen. Auf der Olympia-Bahn von 2002 hatte Pechstein für ein Novum gesorgt, denn noch nie hatte eine gesperrte Athletin ein Weltcup-Rennen bestreiten dürfen. Fast völlig unter ging daher der zweite Platz von Stephanie Beckert aus Erfurt, die sich nur der Tschechin Martina Sablikova beugen musste.

Noch erfreulicher war aus deutscher Sicht der neue Weltrekord von Jenny Wolf, die über 500 Meter ihre eigene Bestmarke um 2/100 auf 37,00 Sekunden drückte. Sie erkämpfte damit den 400. Sieg deutscher Eisschnellläuferinnen seit Schaffung der Weltcupserie im Jahr 1985.

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