Preisverleihung in Bonn: Weihbischof Robert Brahm, Übersetzerin Birgitt Kollmann, die Autorin Lauren Wolk und Bischof Gebhard Fürst (v. li.) Foto: DBK/Oppitz

In ihrem Jugendroman „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ erzählt die Amerikanerin Lauren Wolk vom brutalen Mobbing einer Elfjährigen durch eine ältere Mitschülerin. Das hat gleich zwei deutsche Bischöfe beeindruckt und Wolk den Katholischen Jugendbuchpreis eingetragen.

Bonn - Die US-amerikanische Autorin Lauren Wolk und die deutsche Übersetzerin Birgitt Kollmann haben am Donnerstag den 24. Mai 2018, in Bonn den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis erhalten. Die Preisträgerinnen bekamen die mit insgesamt 5 000 Euro dotierte Auszeichnung für das Kinderbuch „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ zugesprochen. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, der auch Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, überreichte den zum 29. Mal vergebenen Preis gemeinsam mit dem Trierer Weihbischof Robert Brahm.

Die Jury unter Vorsitz von Brahm hatte das Siegerbuch aus 280 eingereichten Titeln ausgewählt. Wolk erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte der elfjährigen Farmerstocher Annabelle, deren neue Mitschülerin Betty sie und ihre Geschwister brutal mobbt. Die Autorin beweise dabei einen genauen Blick für Details und verdichte die Geschichte zunehmend zu einem Thriller, lobte die Jury. Sie empfiehlt das Buch für Leser ab 13 Jahren.

Mutig bleiben

Fürst hob vor allem die dramaturgische Raffinesse des Buches hervor: „Diese Geschichte erschüttert. Sie schildert eindringlich, dass es Dinge gibt, die wir nicht fassen können, die wir nicht in der Hand haben, die wir nicht verhindern können, so sehr wir uns anstrengen mögen und dabei die besten Absichten haben.“ In “Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ verliere die Protagonistin Annabelle durch das brutale Mobbing einer neuen Mitschülerin ihren kindlich-naiven Blick auf das Leben, trete aber trotzdem mutig für ihre Überzeugungen ein.

Wolk erschaffe durch einzelne Sätze und Wörter ganze Panoramen, pries die Literaturwissenschaftlerin Susan Kreller in ihrer Laudatio. Die prägnante und sinnlich anregende Sprache des Romans habe die Übersetzerin Kollmann behutsam und entschieden ins Deutsche übertragen.

Lauren Wolk wurde 1956 in Baltimore geboren. Sie studierte Literatur und ist als Schriftstellerin, Dichterin und bildende Künstlerin tätig. Die Übersetzerin Birgitt Kollmann kam 1953 in Duisburg zur Welt und hat mehr als 70 Bücher ins Deutsche gebracht. Bereits 2008 erhielt sie den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis zusammen mit Michael Gerard Bauer für dessen Buch „Running Man“.

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