Mehr als 30 000 nehmen am Abschiedsgottesdienst auf dem Schlossplatz in Münster teil Foto: dpa

Der Katholikentag in Münster sendet ein Friedenssignal in die Welt. Nötig ist aber auch, die innerkirchlichen Konflikte zu lösen.

Münster - „Wir dürfen und werden es nicht zulassen, dass Terror, Gewalt, Fremdenhass, Antisemitismus und rechte Hetze unsere Gesellschaft zerstören.“ Mit diesen Worten gibt der Münsteraner Bischof Felix Genn den über Teilnehmern des 101. Katholikentages eine wichtige Botschaft mit auf den Weg. Frieden braucht den einzelnen, und er braucht Menschen, die für die Schwachen und gegen Unrecht aufstehen. Mit über 75 000 Gästen war das Laientreffen so groß wie seit 1990 nicht mehr, das Interesse an den politischen und ökumenischen Veranstaltungen ist deutlich gewachsen. Angesichts von Kriegen und Krisen und einer unklaren Zukunft suchen viele Menschen Orientierung, neue Wege und Verbündete. Katholikentag und evangelische Kirchentage zählen zu den wenigen Orten, an denen politische und gesellschaftliche Fragen öffentlich und auf breiter Ebene geführt werden.

Auch innerkirchlich gilt es, Frieden zu schaffen. Der Versuch einiger Bischöfe, mit aller Macht zu verhindern, dass protestantische Ehepartner endlich zur Kommunion zugelassen werden, stößt auf großes Unverständnis. Auch dass Frauen von Weiheämter ferngehalten werden, begreifen immer weniger. Um die Kirche zu bewahren, sind nicht Gralshüter nötig, sondern Menschen, die die frohe Botschaft und Hoffnung in die Welt tragen und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Die Menschen sind nicht für die Kirche da, sondern die Kirche für die Menschen.

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