Die Musiker aus Südtirol rühren trotz unspektakulärer Show etliche Zuhörer zu Tränen Foto: Brigitte Hess

Über 1000 Fans wollen die Kastelruther Spatzen in der Schwabenlandhalle sehen – alle jubeln, und viele singen sämtliche Lieder mit.

Fellbach - Als im zweiten Teil des Konzerts die bekannten Südtiroler Lieder wie „Eine weiße Rose“, „Schatten überm Rosenhof“ oder „Ciao Amore“ der Kastelruther Spatzen ertönen, gibt es kein Halten mehr unter den über 1000 Fans im Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle: Es wird gejubelt und geklatscht, Feuerzeuge werden geschwenkt und manch weichgesottener Zeitgenosse wischt sich gar eine Träne aus dem Augenwinkel.

Dabei passiert weiter nichts Spektakuläres auf der Bühne, es gibt kein Feuerwerk, keine Show­effekte – nur sieben Männer in Tracht, die ziemlich steif dastehen, von den Bergen erzählen und ihre doch immer wieder ähnlich klingenden Lieder spielen.

Auch der Freundeskreis aus Reichenbach an der Fils, der zu zwölft zum Konzert gekommen ist, schwärmt

Der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Fellbach, Fabian Zahlecker, ist ebenfalls unter den begeisterten Zuhörern. Und er hat eine Erklärung: „Das sind perfekte Botschafter mit Herz, sie vermitteln Geborgenheit und ein echtes Heimatgefühl.“ Zahlecker kennt sogar einige der Musiker recht gut, weil er selbst alljährlich mit seinen Eltern in Südtirol Urlaub macht. „Albin, der Manager, hat in Kastelruth einen Getränkehandel, der Norbert eine Pferdezucht, ich habe sie schon besucht und kenne die ,Spatzen’ persönlich“, sagt Fabian Zahlecker.

Auch der Freundeskreis aus Reichenbach an der Fils, der zu zwölft zum Konzert gekommen ist, schwärmt: „Unsere Frauen stehen alle auf den Sänger, den Norbert, für die ist heute Valentinstag“, schmunzelt Stefan Hermann. Die Musikanten seien einfach sympathisch: „Wir kommen alle aus Siebenbürgen, und die Südtiroler sind wie die Siebenbürger, wir sind seelenverwandt“, meint Johann Falk.

Eine Botschaft der Liebe und der Glaube an das Gute

Auf der Bühne des Hölderlinsaals herrscht Bergromantik, eine kleine Hütte steht zwischen Tannen, auf der großen Videowand werden die Dolomiten in schönster Form präsentiert. Und eine Botschaft haben die „Spatzen“ – alles gesetzte Herren um die 60 – auch: Nie wieder Krieg, Friede und Freundschaft zwischen den Menschen. Ihre aktuelle CD haben sie der Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs und an die Gräuel, die sich vor 100 Jahren in dem Landschaftsparadies abspielten, gewidmet: „Die Tränen der Dolomiten“ heißt sie. Eine Botschaft der Liebe und der Glaube an das Gute: Das ist doch was in diesen kalten Zeiten, auch und gerade in Fellbach.

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