Wer dieses Jahr den Weltweihnachtszirkus besuchen möchte, kann bereits jetzt im Kartenlädle Tickets reservieren. Foto: dpa

Seit fast 20 Jahren gibt es das Kartenlädle am Vaihinger Markt. Das Internet allerdings erschwert das Geschäft. Und es ist nicht der einzige Grund für schleppende Ticketverkäufe.

Vaihingen - Die wirtschaftliche Lage ist schwierig geworden. Der große Konkurrent heißt Internet. „Die Onlineverkäufe haben zugenommen. Wir kämpfen gegen das Internet“, sagt Mike Erdmann, der Inhaber des Vaihinger Kartenlädle, dem auch das Ticketcenter im Breuninger in der Innenstadt und das Ticketcenter im Breuningerland Sindelfingen gehören. Die Onlineplattformen, auf denen die Karten direkt gekauft und beispielsweise über die Kreditkarte bezahlt werden können, schöpfen den Vorverkaufsstellen viele Kunden ab, sagt Erdmann. „Das schadet uns.“

Inhaber will sich auf die Stärken des Kartenlädle konzentrieren

Das Vaihinger Kartenlädle kooperiert mit zahlreichen Ticketverkäufern wie Eventim, Reservix oder Ticketmaster. Die Zusammenarbeit mit Easyticket ist derzeit unterbrochen, wird aber in den nächsten Wochen wieder aufgenommen, erklärt Erdmann. Auf die Kunden hat die Unterbrechung keine Auswirkungen, auch nicht auf das Angebot. „Wir arbeiten mit vielen Buchungssystemen zusammen“, sagt der Inhaber des Kartenlädle.

Die Lage sei zwar angespannt, aber nicht dramatisch. Für den Inhaber des Kartenlädle ist klar: Seine Geschäfte müssen Wege finden, sich gegen den Trend zu behaupten. „Gegen das Internet kommen wir schwer an. Deswegen müssen wir uns auf unsere Stärken fokussieren“, sagt Erdmann. Diese liegen vor allem im persönlichen Service und in der Verankerung vor Ort. „Wir sind seit fast 20 Jahren hier.“ Durch Angebote wie Wartelisten und den Vergleich von Ticketpreisen und Platzangeboten auf den verschiedenen Plattformen biete das Kartenlädle einen Mehrwert. „Dadurch können wir uns abgrenzen“, sagt Erdmann. So kann man für Konzerte und andere Ereignisse, für die der Vorverkauf noch gar nicht begonnen hat, im Geschäft bereits Kartenwünsche anmelden. „Wer jetzt schon weiß, an welchem Tag er den Weltweihnachtszirkus besuchen will, kann uns das bereits heute melden. Wir buchen dann die Tickets, sobald der Verkauf startet. Der Kunde muss sich nicht weiter darum kümmern“, sagt Erdmann.

Der Biergarten ist verlockender als das Theater

Derzeit laufen die Ticketverkäufe schleppend. Neben dem Internet spielt das Wetter keine unwesentliche Rolle. „Gerade jetzt, wenn das Wetter gut ist, ist das Interesse der Menschen geringer, Karten für Veranstaltungen zu buchen“, sagt Erdmann. Der Biergarten ist in den warmen Monaten für viele verlockender als das Theater. Die starken Monate sind laut Erdmann September bis Januar. Im Sommer würden weniger Tickets verkauft. Mit diesem „Sommerloch“, wie er es nennt, haben Vorverkaufsstellen wie das Kartenlädle am Vaihinger Markt demnach jedes Jahr zu kämpfen. „Wir haben uns an dieses Auf und Ab über die Jahre gewöhnt, und wir haben immer überlebt“, zeigt sich Erdmann zuversichtlich.

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