Foto: dpa

Wer rettet das Klima nun noch? Zitterpartie in Kopenhagen: Mehr als 100 Staats- und Regierungschefs setzen alle Hebel in Bewegung, um das Scheitern des UN-Gipfels zu verhindern.

Kopenhagen/Stuttgart - Wer rettet das Klima nun noch? Zitterpartie in Kopenhagen: Mehr als 100 Staats- und Regierungschefs setzen alle Hebel in Bewegung, um das Scheitern des UN-Gipfels zu verhindern.

Dass Verhandlungsführer und Gastgeber Dänemark am Donnerstag resignierte, einen weiteren Kompromissvorschlag zu machen, zeigte den Ernst der Lage. Statt eines richtungsweisenden Abkommens im Kampf gegen den Klimawandel dürfte es am Freitag zum geplanten Ende der Marathon-Konferenz in Kopenhagen nur eine unverbindliche Erklärung geben.

Ein Zeichen des guten Willens setzten ausgerechnet die als Klimasünder verschrienen Amerikaner. US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte erstmals an, in einen 100-Milliarden-Topf für die Entwicklungsländer zu zahlen. Konkrete Zahlen zum Beitrag der USA nannte sie nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel rief in Kopenhagen zu einer Kraftanstrengung auf, um ein Scheitern zu verhindern. "Die Nachrichten sind nicht gut." Sie machte keine neuen Zusagen. Zuvor hatte Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag das Ziel bekräftigt, dass die Erderwärmung zwei Grad Celsius nicht übersteigen dürfe.

Baden-Württembergs Umweltminister Tanja Gönner (CDU) zeigte sich optimistisch, dass dieses Ziel erreicht wird. Um die Treibhausgasemissionen zu senken, müsste vor allem die Wärmegewinnung aus erneuerbaren Quellen, etwa Geothermie, stärker genutzt werden, sagte sie unserer Zeitung.

Merkel, Clinton, der britische Premier Gordon Brown und Chinas Regierungschef Wen Jiabao führten unermüdlich Sondierungsgespräche, um die Verhandlungen oranzutreiben. Blockiert wurden sie vor allem durch den Konflikt zwischen Arm und Reich. Die großen Schwellenländer China, Brasilien sowie das G77-Sprecherland Sudan hatten Dänemark vorgeworfen, einseitig zu handeln. Westliche Diplomaten warfen ihrerseits den Entwicklungsländern ihrerseits vor, untereinander uneins zu sein.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: