Thomas Bopp heißt der alte und neue Regionalpräsident. Seine Parteikollegen jubeln. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

In einer Kampfabstimmung hat sich Regionalpräsident Thomas Bopp gegen André Reichel von den Grünen durchgesetzt, die bei der Regionalwahl mehr Stimmen hatten. Bopp verzog keine Miene – seine Parteikollegen zeigen sich dagegen fast euphorisch.

Stuttgart - In einer Kampfabstimmung hat sich Regionalpräsident Thomas Bopp am Mittwoch gegen André Reichel von den Grünen durchgesetzt, die bei der Regionalwahl im Mai mehr Stimmen erhalten hatten. Bopp verzog keine Miene, seine Fraktionskollegen jubelten auch nicht. Parteikollegen, die nicht dabei waren, zeigen sich dagegen euphorisch – was manchen im Lager der Wahlverlierer ärgern dürfte.

Strobl geht in die Vollen

Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl, der als stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, in der Sitzung am Mittwoch eine Rede über „25 Jahre Region Stuttgart“ hielt, aber erst nach Bopps Wiederwahl eingetroffen war, ging gleich in die Vollen und sagte, dass er sich „vor allem über das klare und deutliche Wahlergebnis freue“. Bopp sei „ein echter Glücksfall für die Region“ und „noch keiner Herausforderung aus dem Weg gegangen“. Das konnte man an diesem Tag wohl sagen.

Kaufmann fordert den Nordostring

Salz in die Wunden der Wahlverlierer streute am Donnerstag der Stuttgarter CDU-Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann, der seinem Parteifreund zu einem „überzeugenden Wahlergebnis“ gratulierte. Damit habe sich „die Mehrheit der Regionalversammlung dafür entschieden, die wichtigen Projekte im Bereich der Planung und des Verkehrs weiterzuführen“, teilte Kaufmann mit, nannte Stuttgart 21 und den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem gelte es, „die Umfahrung Stuttgarts mit Nordostring und Filderauffahrt endlich auf den Weg zu bringen“. Diese Worte nahm Bopp am Mittwoch nicht in den Mund. Kaufmann setzt auch künftig große Stücke in seinen Parteifreund: „Ich bin mir sicher, dass ihm auch in den nächsten fünf Jahren die Ideen nicht ausgehen werden.“

In fast identischer Wortwahl freute sich der Vorsitzende des CDU-Bezirksverbands Nord-Württemberg, der Verkehrsstaatssekretär und Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger, über den Wahlerfolg von Bopp. Bilger nannte die gleichen Beispiele und meinte: „Ich gratuliere dem alten und neuen Verbandspräsidenten zu diesem klaren Wahlergebnis.“

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