Die SPD sucht eine neue Führung – bald hat die Basis das Wort. Foto: dpa

Die Tour der Bewerber um den SPD-Vorsitz beginnt am 4. September in Saarbrücken. Übergangsparteichef Schäfer-Gümbel erwartet eine „spannende Zeit“. Es werde um Zukunftsfragen wie Digitalisierung und Klimawandel gehen – nur am Rande um die „Groko“.

Berlin - Bisher hat sich etwa ein Fünftel der SPD-Mitglieder für die Online-Abstimmung über den Parteivorsitz angemeldet. „Dafür haben sich im Moment rund 85 000 registriert – übrigens vom ganz jungen bis zum 80-jährigen Mitglied“, sagte der kommissarische Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel unserer Zeitung. „Unser Ziel ist, die Marke von 100 000 zu knacken.“ Die SPD hat derzeit rund 426 000 Mitglieder, die im Herbst entweder per Online-Votum oder klassischer Briefwahl über die künftige Parteispitze abstimmen können.

Die erste Regionalkonferenz, auf der sich die Kandidaten für den Parteivorsitz präsentieren wollen, findet laut Schäfer-Gümbel am 4. September in Saarbrücken statt, den Abschluss bildet eine Konferenz in München am 12. Oktober. Geplant sind bundesweit 23 Veranstaltungen. „In den großen Landesverbänden gibt es bis zu drei, um in der Fläche sicherzustellen, dass sich möglichst viele Mitglieder ein eigenes persönliches Bild machen können“, sagte der Übergangsvorsitzende. „Immerhin entscheiden sie am Ende über den SPD-Vorsitz.“ Gewählt wird die neue SPD-Spitze auf einem Parteitag im Dezember.

„Groko“-Frage soll nur am Rande Thema sein

Mit der Kandidatentour stehe der SPD eine „spannende Zeit“ bevor, sagte Schäfer-Gümbel. „Denn diese Tour ist dazu da, um über die künftige Politik und die Kernfragen zu reden, die alle beschäftigen: die Digitalisierung, der Klimawandel, die Veränderungen der Arbeitswelt, soziale Gerechtigkeit.“ Sicher werde es dabei auch um Regierungsbündnisse gehen, „aber das steht bei weitem nicht im Vordergrund“, fügte der Vorsitzende im Hinblick auf die Debatte um einen Ausstieg der SPD aus der großen Koalition hinzu.

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