Schnee haben die Gärten in Stuttgart dieses Jahr schon gut abbekommen. Nun steht den Pflanzen eine Kältewelle bevor. Foto: A.Riewe

Ab Donnerstag werden in Stuttgart anhaltende Minusgrade erwartet. Damit der eigene Garten keine schwerwiegenden Schäden davonträgt, ist eine gute Vorbereitung wichtig.

Stuttgart - Es wird kalt in Stuttgart: Ab Donnerstag bis Ende der Woche liegen die Temperaturen auch tagsüber überwiegend bei unter Null Grad. Nachts fällt das Thermometer sogar auf bis zu minus 13 Grad – wobei die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes sogar bis zu minus 16 Grad für möglich halten. Damit könnte uns die kälteste Woche des Winters bevorstehen, prophezeien die Experten. Da kommt man schnell ins Frösteln.

Die Pflanzen im Garten haben da weit weniger Probleme mit dem Frost, erklärt Sabine Metzger vom Verband der Gartenfreunde Stuttgart, der zusammen mit den Ortsvereinen in den Stadtteilen für die Verpachtung der Kleingärten in Stuttgart zuständig ist: „Das Wintergemüse, welches jetzt noch im Beet ist, wie Winterlauch oder Grünkohl, kann man ganz normal im Beet lassen. Da passiert auch bei tiefem Frost nichts“. Manchen Pflanzen tue der Frost sogar gut: „Bei Rosenkohl zum Beispiel ist es von Vorteil, wenn er eine Frostperiode mitmacht, weil das die Bitterstoffe entzieht“, sagt die geprüfte Fachberaterin im Kleingartenwesen. Wesentlich schlimmer als die zu erwartende Kältewelle, sei für die Pflanzen der Frost im Frühjahr, denn dann würden einige Pflanzen schon austreiben und es käme zu Ernteausfällen.

Topfpflanzen reinholen

Gemüse, welches vor Dauerfrost wirklich geschützt werden sollte, ist hingegen das bereits geerntete und eingelagerte. Möhren oder Äpfel, die jetzt in einem Erdlager im Gartenhäuschen oder -schuppen auf ihren Einsatz warten, sollten für den Rest der Woche lieber an einen wärmeren Ort umsiedeln. Sonst friere das Erdlager durch, erklärt Metzger.

Neben dem Gemüse sind Zierpflanzen der große Stolz der meisten Hobbygärtner. Wer seine Rosen noch nicht winterfit gemacht hat, sollte dies spätestens jetzt tun – also einen Hügel mit Erde, Hummus oder Kompost handbreit über Bodenniveau aufschütten. Bei Hochstämmchen hilft ein Jute- oder Bastsack dabei, den oberen Teil der Pflanze vor der Kälte zu schützen. Hartblättrige dauergrüne Pflanzen wie der Küchenlorbeer können durch den Dauerfrost ebenfalls geschädigt werden. Der Tipp der Expertin lautet deshalb: „Was in einem Topf ist jetzt nach drinnen holen“.

Kein Baumschnitt bei Minustemperaturen

Neben den Vorkehrungen, die vor dem zu erwartenden Dauerfrost anstehen, gibt es aber auch Arbeiten, die bei zu kalten Temperaturen im Garten nicht erledigt werden sollten: der Baumschnitt. Sobald es tagsüber dauerhaft kälter als minus 5 Grad wird, empfiehlt die Expertin die Baumschere lieber liegen zulassen: „Sonst nimmt das Holz Schaden beim Schneiden, da die gefrorenen Zellen dann zerstört werden. Für die erforderliche Wundheilung nach dem Schnitt braucht es aber gesunde Zellen“.

Sind die Pflanzen auf den Dauerfrost vorbereitet, können passionierte Gärtner dann auch noch einige andere Vorkehrungen vor dem Ende der Woche treffen: Die Wassertonnen leeren, das Wasser aus den Leitungen ablassen und die Hähne offenlassen, so hat das Wasser genug Platz sich auszudehnen. Wer möchte kann zum Schluss dann auch noch den Tieren durch die kalte Zeit helfen: „Wenn es jetzt über mehrere Tage Dauerfrost gibt, macht es Sinn Vogelfutterstellen anzubieten“, so Metzger. Diese sollten aber genauso wie Nistkästen regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden.

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