In der Justizvollzuganstalt in Ravensburg ist erneut ein Häftling erhängt aufgefunden worden. Foto: dpa

Im Ravensburger Gefängnis ist erneut ein Insasse tot aufgefunden worden. Es ist der zweite derartige Fall innerhalb einer Woche. Zufall?

Ravensburg - Nur eine Woche nach dem mutmaßlichen Suizid eines 53-jährigen Mordverdächtigen ist in der Ravensburger Justizvollzugsanstalt erneut ein Gefangener tot aufgefunden worden. Auch der 46-Jährige habe sich offenbar erhängt, heißt es in einer Mitteilung der Ravensburger Staatsanwaltschaft. Es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden. Zur endgültigen Klärung der Todesursache sei dennoch eine Obduktion angeordnet worden.

Anstaltsarzt sieht keine Suizidgefahr

Im Fall des 46-Jährigen habe nichts auf eine Suizidgefahr hingedeutet, weshalb er in einer Einzelzelle untergebracht worden sei. Der aus dem Obdachlosenmilieu stammende Mann hatte eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe abzusitzen, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte. In der vergangenen Woche habe sich der Mann selbst gestellt. Die Haft hätte nur 41 Tage gedauert, sagte die zuständige Staatsanwältin.

Ministerium spricht von Zufall

Dass in Ravensburg innerhalb einer Woche zwei Gefangene tot aufgefunden worden seien, mute ungewöhnlich an, bisher deute allerdings alles auf einen Zufall hin, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Im Jahr 2014 sind in den Gefängnissen des Landes insgesamt sechs Suizide gezählt worden, 2015 sieben. Im laufenden Jahr sind es nun bereits neun. Der Fall des 53-Jährigen hatte in der vergangenen Woche Aufmerksamkeit erregt, weil er Anfang Juli seine thailändische Ehefrau und die beiden 14 und 18 Jahre alten Stieftöchter ermordet haben soll. Er galt als stark suizidgefährdet und saß in einer Gruppenzelle. Mitgefangene fanden ihn erhängt in der Toilette.

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