Die Staatsanwaltschaft kann der Klinik am Eichert offenbar keine Mitschuld am Tod der Patienten nachweisen. Foto: Horst Rudel

Fünf tote Patienten – die Staatsanwaltschaft Ulm ermittelt nicht weiter gegen das Göppinger Krankenhaus.

Göppingen - Im Zusammenhang mit dem wiederholten Ausbruch eines Stammes sogenannter Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) sind zwischen März 2017 und Januar 2018 fünf Menschen gestorben. Die Staatsanwaltschaft Ulm hat die Ermittlungen gegen die Klinik am Eichert nun eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frage zu klären, ob die Infektionen durch Fehler bei der Behandlung oder Pflege verursacht wurden.

Viele Fragen bleiben offen

Eine Antwort auf diese Frage bleibt die Staatsanwaltschaft jedoch schuldig. Es sei trotz eigener Ermittlungen und der Hinzuziehung von Sachverständigen nicht nachvollziehbar, wie sich die Patienten die tödliche VRE-Infektion zugezogen haben, begründet die Staatsanwaltschaft am Freitag ihren Entschluss, das Verfahren einzustellen, Ferner sei nicht mehr festzustellen, ob die Infektionen durch das Klinikpersonal oder organisatorische Maßnahmen hätten verhindert werden können. Außerdem sei es nicht mehr eindeutig zu klären, ob nun die Infektion zum Tod der schwerkranken Patienten geführt habe oder nicht.

Die Vancomycin-resistenten Enterokokken machen insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem krank. Enterokokken sind Bakterien und gehören zur Darmflora von Mensch und Tier. Sie sind bei gesunden Menschen kein Problem. Schätzungen zufolge tragen zehn bis 15 Prozent der Deutschen diese Keime in sich. Bei immungeschwächten Patienten können die VRE jedoch lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen. Eine Behandlung ist schwierig. Die Darmkeime sind unempfindlich gegenüber vielen herkömmlichen Antibiotika.

Antibiotika helfen oft nicht mehr

Die Klinik am Eichert hatte seit dem Jahr 2016 immer wieder mit VRE zu kämpfen. Die Klinik versucht das Problem unter anderem mit häufigen Desinfektionen in den Griff zu bekommen. Seit November wurden laut Angaben der Klinik keine neuen Fälle verzeichnet.

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