Janus Baldermann und Jens Hellekes (v.l.) haben die Wirkungsweise des Öl- und Chemikalienbinders Deurex Pure untersucht. Foto: Leonie Hemminger

Zwei Schüler des Solitude-Gymnasiums haben bei „Jugend forscht“ den dritten Preis gewonnen. Das Thema Umwelt spielte dabei eine große Rolle.

Weilimdorf - Ein Fernsehbericht über die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko hat Jens Hellekes und Janus Baldermann inspiriert. Ihre Chemie-Facharbeit, die sie vergangenes Schuljahr erarbeiteten, widmeten sie daher der Frage, wie mit Öl oder Chemikalien verseuchte Stoffe wie Wasser, Sand oder Erde gereinigt werden können. „Funktionsweise und Wirkungsbreite eines Öl- und Chemikalienbinders am Beispiel Deurex Pure“ heißt die Untersuchung, für die Jens und Janus nun bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“ auf Regionalebene mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurden. Zusätzlich hat ihnen das Umweltministerium Baden-Württemberg den Sonderpreis Umwelt verliehen.

Die Chemie- und Biologielehrerin Christiane Gruhnert wurde auf die 17-Jährigen aufmerksam, als diese bei einem Schulfest ihre Facharbeit präsentierten. „Die beiden haben in der 60-seitigen Arbeit sehr detailliert die Wechselwirkung zwischen natürlichen und chemischen Stoffen untersucht“, sagt die Lehrerin. Ihr gefiel, dass sich die Arbeit einem umweltpolitisch relevanten Thema widmete. Die Vorbereitung auf den Wettbewerb kostete die Schüler viele Zusatzstunden am Nachmittag. Ein Opfer, das sie gerne brachten: „Das Thema packt einen im Laufe der Zeit, und man entdeckt immer mehr“, sagt Janus.

Das Öl lässt sich vollständig vom Binder trennen

Öl- und Chemikalienbinder werden zum Beispiel dann gebraucht, wenn ein Tanklaster verunglückt und der Rohstoff in die Erde versickert, oder wenn, wie am Golf von Mexiko, ein Ölfilm auf dem Wasser schwimmt und die Küste verseucht. „Handelsübliche Öl- und Chemikalienbinder würden im Wasser versinken. Außerdem lässt sich das Öl hinterher nicht mehr von dem Binder trennen“, erklärt Janus. Die Schüler untersuchten, wie sich der Binder Deurex Pure, der zurzeit von einer sächsischen Firma entwickelt wird, von den anderen Produkten unterscheidet.

Die Versuche der 17-Jährigen zeigten, dass der watteähnliche Stoff aufgrund seiner geringen Dichte nicht versinkt. „Ihn kann man vollständig vom Wasser auffischen“, sagt Janus. Die beiden entwickelten eine Methode, wie das Öl anschließend mit einer speziellen Zentrifuge wieder vom Trägermaterial getrennt werden kann. „So geht kein Öl verloren“, betont Jens. Die jungen Forscher führten Messreihen durch, wie viel Energie dafür nötig ist.

Das Fach Chemie haben beide inzwischen abgewählt. Aus einem einfachen Grund: „Wir haben in Physik und Biologie mehr Chancen auf gute Noten gesehen“, sagt Jens und grinst. Trotzdem sind sie froh, die Erfahrung gemacht zu haben. „Wir wurden in unserem öffentlichen Auftreten sehr gestärkt“, sagt Janus rückblickend.

Der Wettbewerb „Jugend forscht

Beginn: Im Jahr 1965 rief der Journalist Henri Nannen unter dem Motto „Wir suchen die Forscher von morgen“ den Wettbewerb „Jugend forscht“ ins Leben. Ziel ist, qualifizierten Nachwuchs an jungen Wissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern. Junge Menschen sollen dazu motiviert werden, kreativ Neues zu schaffen und ihr Potenzial zu entdecken. Im Jubiläumsjahr 2005 nahmen 9000 Jugendliche an dem Wettbewerb teil.

Wettbewerb: Jugend forscht wird auf drei Ebenen ausgetragen: Alle Teilnehmer treten zunächst bei Regionalwettbewerben an. Wer dort gewinnt, kann auf Landesebene mitmachen. Die Besten qualifizieren sich dann für das Bundesfinale, das vom 17. bis 20. Mai 2012 in Erfurt stattfindet. lem

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