Eine Rettungsleiter aufzustellen, ist gar nicht so einfach. Worauf die Buben achten müssen, das haben sie beim Übungsabend gelernt. Foto: Käfferlein

Bei der Jugendfeuerwehr Vaihingen werden Mädchen und Jungen auf die Aufgaben bei der aktiven Wehr vorbereitet.

Stuttgart-Vaihingen - David ist neun Jahre alt. Im Oktober wird er zehn. Dann will er zur Jugendfeuerwehr Vaihingen. „Die Feuerwehr interessiert mich schon lange“, sagt David. Deshalb ist er auch an diesem Dienstag beim Gruppenabend der Jugendfeuerwehr dabei und darf den anderen über die Schultern gucken. „Es freut uns, dass sich immer wieder jemand meldet, der bei uns mitmachen möchte“, sagt Mathias Messerle, der Jugendfeuerwehrwart in Vaihingen. „Diejenigen laden wir dann zum Schnuppern ein“ sagt er.

An diesem Abend üben die Mädchen und Jungen in Gruppen vor dem Magazin an der Bachstraße einen Löschangriff mit Leitern. Während die einen unter Aufsicht und Anleitung nacheinander eine Leiter zusammenstecken und an eine Hauswand lehnen, üben die anderen, einen Schlauch auszurollen und eine Leitung zu verlegen.

Der Spaß soll nicht zu kurz kommen

Alle zwei Wochen treffen sich die Nachwuchsfeuerwehrleute von 18.30 Uhr bis 21 Uhr im Magazin. „Wir führen die Mädchen und Jungen dann an verschiedene Themen heran“, sagt Messerle. Dazu zählen feuerwehrtechnischer Unterricht und Übungen. „In einem Jahresdienstplan sind alle Aktivitäten und Übungen aufgeführt“, erklärt Florian Zieker, der selbst schon Jugendleiter war und mittlerweile für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Die Bezeichnung Dienstplan soll deutlich machen, dass die Jugendlichen durchaus eine gewisse Verpflichtung haben“, sagt Zieker. Dennoch soll der Spaß nicht zu kurz kommen. So gehen die Mädchen und Jungen unter anderem einmal im Jahr auf eine Freizeit und treffen sich zudem mit Jugendlichen der anderen Stuttgarter Abteilungen.

Die Vaihinger Abteilung war vor fast 40 Jahren die erste Feuerwehr ins Stuttgart, die Jugendlichen eine Anlaufstelle bot. Heute haben von 23 Wehren 22 eine Jugendfeuerwehr. „Bei uns dürfen alle Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 17 Jahren mitmachen“, sagt Messerle. Derzeit sind es in Vaihingen 14 Jungen und fünf Mädchen. Der Jugendfeuerwehr folgt die aktive Wehr. „Dort absolvieren die jungen Erwachsenen eine Grundausbildung, danach ist man einsatzfähig und bekommt seinen eigenen Piepser“, sagt Messerle.

„Man darf nie allein arbeiten, sondern immer im Team“

Die Basis aber bekommen die Nachwuchsfeuerwehrleute schon jetzt von ihren Betreuern vermittelt. „Man darf beispielsweise nie allein arbeiten, sondern immer im Team“, sagt Messerle. Jeweils in Dreiergruppen arbeiten sie am Einsatzort zusammen.

Angst vor einem richtigen Einsatz hat Joelin nicht. Die 16-Jährige ist seit fünf Jahren bei der Jugendfeuerwehr. Jannik gefällt zudem der Zusammenhalt. Der 16-jährige Jugendsprecher ist vor sechs Jahren zur Jugendfeuerwehr gekommen. Beide wollen in jedem Fall bei den Aktiven weitermachen. Bis das bei David so weit ist, müssen noch einige Jahre ins Land ziehen. Der Schnuppertag jedenfalls hat ihm gefallen.

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