Die Nachwuchslöscher versuchen den Wasserverlust zu stoppen. Foto: Gottfried Stoppel

Bei der Challenge der Jugendfeuerwehren in Schwaikheim gibt das vermeintlich schwache Geschlecht oft den Ton an.

Schwaikheim - Links ein bisschen höher! Nein, etwas tiefer! So ist es gut! Jetzt um die Kurve – aber vorsichtig!“ Swantje gibt kurze, knackige Kommandos, und drei Mitstreiter folgen ihr blind. Es gilt, einen satt mit Wasser gefüllten Eimer in der Mitte eines Holzkreuzes auf den behelmten Köpfen so durch einen Hindernissparcours zu balancieren, dass möglichst wenig Flüssigkeit verloren geht. Den „Wassertransport mit Köpfchen“ hat sich die Winterbacher Jugendfeuerwehr ausgedacht. Er ist eine von insgesamt 18 Stationen gewesen, die am Wochenende bei der sogenannten Jugendfeuerwehr-Challenge in Schwaikheim zu bewältigen waren.

Konzept soll jedes Jahr wiederholt werden

Den geselligen Wettkampf für die zehn bis 17-jährigen Nachwuchslöscher, bei dem es vor allem auf Teamgeist ankommt, hat sich die im vergangenen Jahr neu formierte Führungsmannschaft der Jugendabteilung im Feuerwehrverband Rems-Murr ausgedacht. Das Ziel sei, mal wieder möglichst viele der aktuell 31 Jugendfeuerwehren zu einem Event zusammenzubringen, sagt das Vorstandsmitglied Daniel Bahner aus Winnenden. Das nämlich sei in der Vergangenheit ein wenig vernachlässigt worden.

Das neue Konzept, das von nun an möglichst jedes Jahr von einer anderen gastgebenden Feuerwehr aufgegriffen werden soll, sei vergleichsweise einfach umzusetzen und seinerseits ein Gemeinschaftsprodukt, sagt Bahner: Jede teilnehmende Jugendfeuerwehr ist aufgerufen, eine eigene Station mitzubringen. Der Fantasie ist dabei keine Grenze gesetzt. In Schwaikheim konnten sich die einzelnen Abteilungen am Samstag etwa im Saugschlauchkuppeln, XXL-Mikado, Schubkarrenrennen, Riesen-Jenga, Leinenbeutel fädeln oder Teebeutelweitwurf messen.

Natürlich werde bei dem Wettbewerb Geschicklichkeit und Teamleistung mit der Stoppuhr verglichen, sagt Daniel Bahner, aber in erster Linie gehe es um das Gemeinschaftserlebnis, das Spaß bringen und den Zusammenhalt fördern soll. Er selbst sei wegen solcher Erlebnisse vor Jahren zur Winnender Feuerwehr gekommen und habe den freiwilligen Löschmännern seither die Treue gehalten.

Mehr als zehn Prozent sind Mädchen

Apropos Löschmänner: immer mehr Nachwuchskräfte sind übrigens Mädchen. Der Anteil liege bei deutlich mehr als zehn Prozent der zurzeit 916 Kinder und Jugendlichen, schätzt Daniel Bahner.

Auch bei der Challenge, an der immerhin 168 Nachwuchskräfte teilnehmen, ist der Anteil der Mädchen auffallend hoch. „Mädels sind ein bisschen ehrgeiziger – und das spornt die Jungs an“, sagt Daniel Bahner. Und so lautet die erste Reaktion der zwölfjährigen Swantje und ihrer ein Jahr jüngeren Freundin Lea, die beide für die Jugendfeuerwehr in Waiblingen antreten, nach dem überwiegend verschüttungsfrei bewältigten Wassertransport: „Und, haben wir den Rekord?“ Tatsächlich: mit einer Punktzahl von 44,722 holt sich Team zwei aus Waiblingen knapp vor Auenwald (44,444) den Challenge-Titel. Aber das ist spätestens beim gemeinsamen Abschlussfest höchstens noch Nebensache.

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