Die Schüler der Jugend-forscht-AG haben beim Regionalwettbewerb in Sindelfingen wieder Preise abgesahnt. Foto: Stefanie Käfferlein

Die Schüler der Jugend-forscht-AG haben beim Regionalwettbewerb wieder Preise abgesahnt. Auch für die Robert-Koch-Realschule gab es zwei Auszeichnungen.

Vaihingen - Ganz überrascht war Jochen Knapek nicht über das Ergebnis seiner Schüler beim Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“ in Sindelfingen. Denn der Lehrer weiß, was die Jungs aus der Jugend-forscht-AG können. Auf ihren Gebieten sind die Nachwuchsforscher der Robert-Koch-Realschule nämlich bereits richtige Fachmänner.

Fabian Kächele, Kai Beerhenke und Tobias Storm beispielsweise sind Spezialisten, wenn es darum geht, die Welt für Sehbehinderte sicherer zu machen. „Die Idee, Blinden zu helfen, ist uns gekommen, als wir am Bahnhof einen Blinden gesehen haben, der die Straße überqueren wollte“, berichtet Kai. Schließlich hatten die Buben den Einfall, einen Abstandswarner zu bauen, den Blinde umhängen können und der piepst, wenn ein Hindernis im Weg steht.

Mit dem Abstandswarner zum Landeswettbewerb

Mit ihrem Projekt haben die drei den Sieg in der Kategorie Arbeitswelt errungen. Im Mai dürfen sie mit ihrem Abstandswarner am Landeswettbewerb in Balingen teilnehmen. Dort werden Schüler aus ganz Baden-Württemberg gegeneinander antreten. Noch sind die Nachwuchsforscher nicht aufgeregt. „Das kann kurz vorher aber noch kommen“, sagt Tobias.

Aaron Lewandowski hat die Frage untersucht, ob Magnete als endlose Energiequelle verwendet werden können und hat an einem Magnetmotor gearbeitet. „Es hat aber leider nicht funktioniert“, erklärt er. Dass er keinen Preis gewonnen hat, stört ihn nicht. Dabei sein ist alles, lautet schließlich die Devise. Und vor zwei Jahren hat Aaron schon einmal den Landessieg errungen.

Umweltfreundliche Straßenlaterne entwickelt

Paul Hübinger und Laurens Kohlgrüber haben eine umweltfreundliche Straßenlaterne entwickelt. Weil die AG immer um 15.30 Uhr zu Ende war, fiel den beiden auf, wie früh es im Winter dunkel wird und wie früh die Straßenlaternen angehen. So entstand die Idee für das Projekt.

Umweltschutz hat sich auch Dominik Bartos zum Motto gemacht. Er hat ein umweltfreundliches Ladegerät erfunden, das mit der Bewegungsenergie seines Fahrrads betrieben wird. „Normalerweise laufe ich zur Schule, aber in der letzten Zeit bin ich immer mit dem Rad gefahren“, erzählt er. Dominik ist zum zweiten Mal dabei. Diesmal hat er im Fachbereich Physik den dritten Platz belegt.

Den zweiten Platz erreichten Faiq Naseer und David Tomschitz – im Fachbereich Chemie. Sie haben gemeinsam untersucht, wie Taschenwärmer funktionieren. „Vier Taschenwärmer haben wir für unsere Experimente gebraucht“, erzählt David.

Pantoffeltierchen im Heu

Pantoffeltierchen haben Kai Bruns und Filip Tomic unter die Lupe genommen – in verschiedenen Heuaufgüssen. „Wir wollten etwas machen, das es bisher bei Jugend forscht noch nicht gab“, erzählt Kai.

Jochen Knapek ist stolz auf seine Wissenschaftler. „Sie haben seit September jede Woche in der AG, aber auch darüber hinaus toll an ihren Projekten gearbeitet“, sagt er. Der Lehrer, der die Fächer Deutsch, Musik und Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) unterrichtet, leitet seit Jahren die Jugend-forscht-AG. Unterstützung bekommt er von Bernhard Müller, einem Vater eines ehemaligen Schülers, und von Ute Hübler von der Universität Stuttgart. „Unsere Rolle ist es, die Schüler zu motivieren, ihnen Tipps zu geben, wenn sie einmal nicht weiterkommen, und ihnen unter die Arme zu greifen“, sagt Knapek.

Zwei Preise für die Robert-Koch-Realschule

Für das Engagement der Schule gab es in diesem Jahr ebenfalls gleich zwei Preise. Zum einen den mit 250 Euro dotierten Förderpreis für Schulen, die mehr als vier Teams ins Rennen schicken und zum anderen den Jugend-forscht-Sonderpreis für Schulen, die mathematisch, naturwissenschaftlich oder technisch interessierte Schüler durch die Teilnahme am Wettbewerb besonders fördern. „Dieser Preis wird noch in einer separaten Veranstaltung verliehen“, sagt Knapek. 1000 Euro wandern dann in die Kasse der AG. „Wir mussten im Prinzip noch nie einen Etat bei der Schule beantragen, weil wir uns bisher immer selbst finanzieren konnten“, sagt Knapek.

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