Jürgen Drews, der König von Mallorca, trägt feines Tuch. Foto: Manfred Esser

Seit er ein angeblich selbst erlebtes Liebesabenteuer in einem Kornfeld besang, wird er als Schlagerstar gehandelt. An diesem Mittwoch, 4. Oktober, 19 Uhr, tritt Jürgen Drews in Wilhelmers Schwabenwelt auf dem Wasen auf.

Stuttgart - Entertainer Jürgen Drews über Stimmprobleme und sein lange Zeit gestörtes Verhältnis zum deutschen Schlager.

Oje, Herr Drews, Sie klingen am Telefon aber ziemlich verschnupft.
Mich hat’s schwer erwischt, und meine Frau Ramona auch. Wenn Du ständig mit Leuten unterwegs bist und immer wieder im Flieger sitzt, fängst Du Dir ganz schnell was ein. Aber bis Mittwoch bin ich wieder fit. Dass auf dem Wasen wird ja auch kein üblicher Auftritt von mir. Meine Aufgabe besteht darin, ein paar Partykünstler anzumoderieren. Der Trompeter Stefan Mross wird dabei sein, und festerprobte Kollegen wie Axel ­Fischer, Jens Büchner und Isi Glück. Aber am Ende werde ich dann halt doch wieder singen. Ohne geht’s nicht.
Vor einem Jahr mussten Sie einen Auftritt auf dem Wasen absagen. Heino sprang für Sie ein. Ein adäquater Ersatz?
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen: Es kam nicht oft vor in meiner Karriere, dass ich einen Auftritt absagen musste. Heino ist ein guter Bekannter von mir. Den kenne ich schon seit Urzeiten, aus Dieter Thomas Hecks „ZDF-Hitparade“. Ich weiß gar nicht so recht, was ich von Heinos Rocksachen halten soll. Aber ich weiß, dass Heino eine tolle Stimme hat und eine coole Socke ist. Mit den ganzen Genres ist das ohnehin so eine Sache. Das sehe ich am besten bei mir.
Inwiefern?
Weil ich früher, so zwischen 15 und 25, ein unglaublich vorurteilsbeladener Typ war. Ich hasste Schlager oder alles, was ich dafür hielt. Außerdem wollte ich kein Deutscher sein. Also sang ich amerikanische Dixie-Songs und begleitete mich auf dem Banjo. Bis ich irgendwann begriff, dass „I Scream, You Scream“ nichts anderes als ein Schlager ist. Eigentlich wollte ich ja mal wie mein Vater Arzt werden.
Was hat Sie davon abgehalten?
Die Les Humphries Singers, bei denen bin ich einfach zu lang geblieben, sodass ich hinterher nicht mehr den Sprung ins Studium geschafft habe. Davor hatte ich vier Semester lang Medizin studiert.
Aber seit Ihrem Erfolg Mitte der Siebzigerjahre mit „Ein Bett im Kornfeld“ sind Sie mit dem Schlager versöhnt.
Das kann man so nicht sagen. Im Grunde habe ich 40 Jahre gebraucht, um zu erkennen, wie gut die Nummer wirklich ist. Aber nun ist alles gut, deshalb wird am 20. Oktober auch eine CD mit all meinen großen Hits erscheinen. Das „Kornfeld“ ist natürlich dabei, „Barfuß im Regen“ – alles komplett neu eingespielt. Und für das kommende Jahr ist noch was Verrückteres geplant.
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