Musikerin und Beatles-Expertin: Stefanie Hempel spielt mit ihrer Band auf der Jubiläumsshow im Hamburger Club „Indra“. Foto: dpa/Markus Scholz

Vor sechzig Jahren legten die Beatles in Hamburg den Grundstein für ihren Welterfolg. Musiker und Zeitzeugen erinnern mit einer Jubiläumsshow an die Anfänge der Band aus Liverpool.

Hamburg - Rock’n’Roll, Beatmusik und viele Erinnerungen – unter dem Motto „Stream & Shout“ ist am Montagabend an den ersten Auftritt der Beatles in Hamburg vor sechzig Jahren erinnert worden. Gemeinsam mit ihrer fünfköpfigen Band ließ die Organisatorin Stefanie Hempel im „Indra Club“ auf St. Pauli den Beginn der beispiellosen Karriere der Liverpooler Revue passieren. Ursprünglich als Festival mit rund vierzig Bands geplant, mussten die Veranstalter aufgrund von Corona auf ein Publikum vor Ort verzichten. Stattdessen wurde die Jubiläumsshow live im Internet übertragen.

Lieder des ersten Gigs der Pilzköpfe, die zunächst ausschließlich als Cover-Band auf der Bühne standen, geben den Auftakt der zweistündigen Show – mit dabei Songs von Chuck Berry und Elvis Presley. Vor samtroten Vorhängen, unter stuckverzierter Decke und in Begleitung diverser Musiker wie Jimmy Barnette, Jessy Martens, dem Kaiser Quartett oder Bernd Begemann, wurden auch die größten Hits wie „Penny Lane“ oder „Come together“ der britischen Band gespielt.

Otto gratuliert

Die Veranstaltung bot zudem Einblicke in die Anfangszeit der damals noch unbekannten Künstler in der Hansestadt. Vor Beginn ihres Welterfolgs mussten die Beatles laut Hempel auf jedweden Luxus verzichten. „Sie schliefen im Bambi-Kino in einem fensterlosen Zimmer direkt neben der Herrentoilette“, berichtete die Expertin, die bereits seit 16 Jahren eine musikalische Beatles-Tour rund um die Reeperbahn anbietet.

Zwischen den Live-Darbietungen wurden Video-Grußworte von Prominenten gezeigt, unter anderem gratulierte der Komiker Otto Waalkes. St. Pauli Ur-Gestein und Besitzerin der „Rosi’s Bar“, Rosi Sheridan McGinnity, berichtete als Zeitzeugin von ihrer gemeinsamen Zeit mit den Musikern, mit denen sie sich in den Sechzigern für einige Wochen ein Zimmer geteilt hatte. Sie erinnerte sich an wilde, durchtanzte Nächte zu den Songs der damals noch minderjährigen Musiker in Hamburgs Amüsierviertel.

Fans aus aller Welt, darunter aus Algerien, Australien und Mexiko, verfolgten die Veranstaltung im Live-Stream und stellten im Chat Fragen an die Gäste. Von Rosi wollten sie etwa wissen, ob die Musiker höflich waren. „Sie waren alle sehr höflich“, berichtete die 79-jährige Wirtin.

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