„Everybody’s darling“ und auf immer und ewig die Ex von Brad Pitt: Jennifer Aniston wurde mit der Kult-Serie „Friends“ zum Star und hat in zahlreichen romantischen Komödien die Hauptrolle gespielt. Foto: AP

Jennifer Aniston ist eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods. Doch seit der Trennung von Brad Pitt wird sie das Image der Verlassenen nicht los. Vielleicht wird ja nun, mit 50, alles besser.

Los Angeles - Jennifer Aniston oder Angelina Jolie? Stellt man diese Frage innerhalb einer Hollywood-Klatschaffinen Runde, kann man davon ausgehen, dass sich die Gemeinschaft in zwei Lager spaltet. Man mag die eine und kann die andere nicht leiden, Sympathien für beide sind so gut wie ausgeschlossen. Die beiden Schauspielerinnen könnten unterschiedlicher nicht sein und haben doch ein großes Stück Vergangenheit gemeinsam: beide waren mit Hollywood-Star und Frauenschwarm Brad Pitt verheiratet. Jennifer Aniston von 2000 bis 2005 (ihre Beziehung dauerte sieben Jahre), Angelina Jolie von 2014 bis 2016 (sie waren etwa elf Jahre liiert).

Der Ruf der ewigen Ex, der armen Betrogenen haftet ihr an

Unvergessen der Paukenschlag in den Boulevardmedien, als Aniston und Pitt Anfang 2005 ihre Trennung und wenig später ihre Scheidung bekannt gaben. Das Traumpaar Hollywoods, das regelmäßig von Magazinen an die Spitze der schönsten Menschen der Erde platziert wurde, hatte sich getrennt. Wegen „unüberbrückbarer Differenzen“, wie es im Manager-Deutsch heißt.

Die Klatschblätter lieferten die 1:1-Übersetzung: Brad Pitt hatte sich bereits 2004 bei den Dreharbeiten zum Film „Mr. und Mrs. Smith“ in seine Kollegin Angelina Jolie verliebt. Der Rest ist Promi-Geschichte. Und Jennifer Aniston, die in der Rolle der quengelig-sympathischen Rachel Green mit dem tausendfach kopierten Haarschnitt in der Kult-Serie „Friends“ in den Neunzigerjahren berühmt wurde, haftet seitdem der Ruf der ewigen Ex, der Ausgetauschten, der armen Betrogenen an.

Aniston hüllte sich in Schweigen bis ihr der Kragen platzte

Jahrelang lächelte die am 11. Februar 1969 in Kalifornien geborene Tochter des Schauspielerehepaars John Aniston (geboren als Yannis Anastassakis auf Kreta) und Nancy Dow sämtliche Gerüchte über ihren Gemütszustand, angebliche Affären (zu denen unter anderem die Schauspieler Gerard Butler und Bradley Cooper gehören sollen) oder Schwangerschaften hinweg. Sie hüllte sich in vornehmes Schweigen, bis ihr irgendwann der Kragen platzte.

„Nur für das Protokoll: Ich bin nicht schwanger.“ So begann sie ihren Kommentar, den sie im Juli 2016 auf der Webseite „Huffington Post“ veröffentlichte und in dem sie ihrem Ärger über die Berichterstattung Luft machte. „Ich habe die Nase voll von dieser Figurenbewertung, dem Body Shaming, das täglich unter dem Deckmantel von ,Journalismus’ und ,Klatschnachrichten’ erscheint“, schrieb sie.

Es gibt Spekulationen, Aniston würde ein Mädchen adoptieren

Täglich würden Dutzende Fotografen ihrem Ehemann – gemeint war der Schauspieler Justin Theroux, mit dem sie bis vor einem Jahr zusammen war – und ihr auflauern und jede Bewegung, jede Körperveränderung dokumentieren und kommentieren. Anlass für Anistons Text war wohl ein Foto, das sie mit einem kleinen Bäuchlein zeigte, und die darauffolgenden nicht zu bremsenden Gerüchte, Aniston werde mit 47 Jahren zum ersten Mal Mutter. Das ist die inzwischen 50-Jährige bis heute nicht geworden, aber was nicht ist, kann in Hollywood ja noch werden. Die jüngsten Spekulationen ranken sich um mögliche Pläne der Schauspielerin, ein kleines mexikanischen Mädchen zu adoptieren.

Dass sie der Schatten des Berühmtseins einmal so verfolgen würde, hat sich die Spezialistin für romantische Komödien („Und dann kam Polly“, „Trennung mit Hindernissen“ „Wir sind die Millers“) wohl nicht träumen lassen. „Ich mag es nicht, berühmt zu sein. Wegen der ganzen Negativität, die damit verbunden ist. Auf der anderen Seite liebe ich meinen Job. Etwas zu kreieren, was man dann der Welt als Entertainment vorlegt – das ist das Größte“, sagte sie in einem Interview im Herbst 2018. Und die finanziellen Annehmlichkeiten wird sie wohl auch nicht verachten.

Ein Händchen für Immobilien

Aniston gehört zu den bestverdienenden Schauspielerinnen Hollywoods. Auf der „Forbes“-Liste von Hollywoods Topverdienerinnen landete sie im vergangenen August auf Platz drei. Neben der Schauspielerei engagiert sie sich für soziale Projekte und hat offenbar ein Händchen für Immobilien. Angeblich kauft sie Villen und Apartments zu vergleichsweise günstigen Preisen, lässt diese aufwendig renovieren und verkauft sie mit großer Gewinnspanne weiter. Sie selbst besitzt eine Luxusvilla im Nobelviertel Bel Air.

Nun, mit 50 Jahren, scheint Jennifer Aniston neue Wege beschreiten zu wollen. Sie möchte als US-Präsidentin ins Weiße Haus einzuziehen. Und ihre lesbische Partnerin soll ihr als First Lady zur Seite stehen. Nein, das sind nicht die allerneuesten Gerüchte, sondern der Inhalt der geplanten Netflix-Komödie „First Ladies“. Noch in diesem Jahr wollen Aniston und die Komikerin Tig Notaro die Polit-Comedy drehen.

Durchbruch kam als Rachel in der Sitcom „Friends“

Jennifer Aniston besuchte die Rudolf Steiner School in New York, wo sie auf der Schultheaterbühne ihre ersten Rollen spielte. Im Anschluss studierte sie Schauspiel an der Fiorello H. LaGuardia High School of Music & Art and Performing Arts. Zu Beginn ihrer Karriere standen einige kleinere Rollen am Theater und in TV-Serien, nebenbei hielt sie sich als Kellnerin und Fahrradkurier über Wasser.

Den Durchbruch brachte Aniston 1994 die Rolle der leicht neurotischen, schrillen Rachel Green in der Kult-Sitcom „Friends“. Sie wurde zum Star, gewann den Emmy Award sowie den Golden Globe und erhielt angeblich in den letzten beiden Staffeln pro Folge bis zu einer Million Dollar Gage. Es folgten zahlreiche Hauptrollen, hauptsächlich in romantischen Hollywood-Komödien wie „Liebe in jeder Beziehung“ (1998), „Marley & Me“ (2009) oder „Meine erfundene Frau“ (2011).

Von 1995 bis 1998 war Aniston mit dem Schauspieler Tate Donovan zusammen. Von 2000 an war sie fünf Jahre lang mit Brad Pitt verheiratet. Anschließend war sie eine Zeit lang mit Vince Vaughn, ihrem Filmpartner aus „Trennung mit Hindernissen“ (2006), liiert. Auch der Rocksänger John Mayer zählt zu ihren Verflossenen. 2011 machte sie ihre Beziehung zu dem Schauspieler und Drehbuchautor Justin Theroux offiziell, der ihr Schauspielpartner in der Komödie „Wanderlust – Der Trip ihres Lebens“ war. 2015 heirateten die beiden in einer kleinen privaten Zeremonie. Im Februar 2018 gaben sie ihre Trennung bekannt.

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