Die Bundesliga wird immer populärer in Japan: Shinji Kagawa von Borussia Dortmund brachte den Stein ins Rollen. Foto: Pressefoto Baumann

Es herrscht ein Japan-Boom in den ersten beiden Fußball-Ligen. Auch die Berichterstattung hat deutlich zugenommen – 15 japanische Sportjournalisten berichten über 13 Fußballspieler aus ihrer Heimat.

Stuttgart - In den ersten beiden deutschen Ligen spielen zurzeit 13 japanische Fußballer. Der VfB Stuttgart ist der einzige Verein, bei dem in Takuma Asano und Hajime Hosogai gleich zwei Spieler unter Vertrag stehen. Nicht nur deshalb ist der VfB auch als Zweitligist ein Begriff in Japan, sagt der Sportjournalist Yuhei Yamaguchi: „Stuttgart ist bei vielen Fans bekannt geworden, da dort Shinji Okazaki und Gotoku Sakai zusammen gespielt haben.“

Yamaguchi arbeitet für die „Sports Nippon Newspaper“ und schreibt nebenher für die japanische Version des Fußballportals Goal.com. Er ist einer von ungefähr 15 japanischen Sportjournalisten, welche über Fußballprofis aus Japan in der Bundesliga berichten. Nicht alle arbeiten in Vollzeit, einige berichten nur an den Spieltagen und verdienen nebenher als Übersetzer ihr Geld. In der Bundesliga merkt man, dass der Andrang der japanischen Medienvertreter bei Pressekonferenzen, öffentlichen Trainingseinheiten oder an den Spieltagen angestiegen ist. Egal ob Stuttgart, Berlin, Köln oder Dortmund – dort, wo ein Japaner spielt, ist stets eine kleine Traube asiatischer Journalisten vor Ort.

Einzig die Leistung des Spielers zählt

„Die Aufmerksamkeit für die Bundesliga ist deutlich gestiegen, seit Shinji Kagawa bei Dortmund spielt, dazu sind viele japanische Nationalspieler in Deutschland aktiv“, erklärt Yamaguchi das wachsende Interesse. Japanischen Spielern, die sich in den Topligen Europas durchsetzten, wird im eigenen Land großer Respekt entgegengebracht. Informationen über Kagawa und Co. sind begehrt. Das spiegelt sich auch in der Art und Weise der Berichterstattung wider. Die Leistung der Mannschaft ist zweitrangig, wichtig ist der Spieler. Auf einem vorgedruckten Spielfeld werden beispielsweise die Spielaktionen nachgezeichnet – der Laufweg, der Pass, der Torschuss sollen so dem Leser verbildlicht werden.

„Ob Dortmund gewinnt oder verliert, ist relativ egal, der Fokus liegt auf den Highlights von Kagawa“, meint Yamaguchi. Die Stuttgarter Spieler Takuma Asano und Hajime Hosogai wissen um die Wertschätzung ihrer Leistungen im Heimatland und auch wer mit seiner Berichterstattung daran beteiligt ist. So ist es nicht verwunderlich, dass beide nach dem Spiel aus der Umkleidekabine direkt auf ihre Landsleute in der Mixed-Zone zusteuern. Es werden Hände geschüttelt und es wird gelacht, man kennt sich mittlerweile.

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