Ivan Perisic (Mitte) wurde 2018 in Russland mit Kroatien Vizeweltmeister. Foto: Martin Meissner/AP/dpa

Die Kreuzbandverletzung bei Wunschspieler Leroy Sané bringt die Münchner Pläne gehörig durcheinander. Spekulationen gibt es beim FC Bayern genug. Eine davon dreht sich um einen kroatischen WM-Helden.

Rottach-Egern/München - Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam oder Steven Bergwijn von der PSV Eindhoven? Möglicherweise Timo Werner von RB Leipzig oder gar ein Mega-Deal mit Philippe Coutinho vom FC Barcelona? Eventuell Ivan Perisic von Inter Mailand oder vielleicht doch Leroy Sané? Beim FC Bayern ist momentan nur eines klar: Die Kreuzbandverletzung des Wunschspielers von Manchester City hat die Pläne des deutschen Fußball-Rekordmeisters gehörig durcheinander gewirbelt.

Die Zeit bis zum Ende der Transferperiode am 2. September drängt. Der Druck auf Hasan Salihamidzic, angesichts des arg dünnen Kaders endlich für die nötigen Verstärkungen zu sorgen, wird immer größer. Doch der Sportdirektor gibt sich weiterhin gelassen - zumindest nach außen hin. „Der Transfermarkt - das ist eine Phase, in der man Ruhe bewahren muss und schauen kann, wie es weiter geht“, sagte er im Trainingslager der Münchner am Tegernsee.

Hasan Salihamidzic will nichts sagen

Ruhe bewahren? Schwer möglich bei der angespannten Lage. Selbst die Stars motzen vor dem Pflichtspielstart am Montag im DFB-Pokal bei Energie Cottbus (20.45 Uhr/ARD und Sky) und nur vier Tage später in der Bundesliga gegen Hertha BSC (16.8., 20.30 Uhr/ZDF und DAZN) längst und sehen die ambitionierten Ziele gerade in der Champions League in Gefahr. Torjäger Robert Lewandowski forderte erst diese Woche wieder drei neue Spieler. Bei aktuell nur 17 Feldspielern keine Utopie.

Und was macht Salihamidzic? Der hält sich an den jüngst verpassten Maulkorb und will zu all den Spekulationen nichts sagen. „Ich hoffe, dass ihr alle verstehen könnt, dass wir uns dazu nicht äußern werden“, äußerte er lapidar.

Dabei gebe es genug Redebedarf. In erster Linie, ob die Bayern Wunschspieler Sané dennoch verpflichten? Mit dem 23 Jahre alten Nationalspieler soll es bereits eine Einigung gegeben haben, nur die Ablösemodalitäten waren angeblich noch nicht geklärt. Die Frage ist nun, ob die Bayern weiterhin bereit sind, über 100 Millionen Euro für einen Profi auszugeben, der nach der geplanten Operation in der kommenden Woche rund sechs Monate ausfallen wird. Teammanager Pep Guardiola bestätigte am Freitag, erst „im Februar oder März“ mit Sané zu rechnen.

Sané-Mitspieler hoffen auf Verbleib

Bei Lucas Hernandez haben die Bayern dies schon so ähnlich praktiziert. Der 80-Millionen-Einkauf wurde trotz anstehender Operation am Innenband im Knie im Frühjahr von Atlético Madrid verpflichtet. Hernandez absolvierte nun am Donnerstagabend beim 23:0 gegen Rottach-Egern seinen ersten Einsatz für die Münchner.

Bei City hoffen die Mitspieler von Sané weiter auf einen Verbleib des Flügelspielers. „Werde schnell gesund. Wir warten auf dich“, schrieb Fernandinho in den sozialen Netzwerken. „Champion, du wirst bald zurück sein. Du weißt, dass wir als Team hinter dir stehen und dir helfen werden“, äußerte Kevin de Bruyne. Guardiola wiederholte, Sané habe ihm bislang nichts von einem Wechselwunsch gesagt.

Doch egal, ob Sané nun nach München geht oder nicht: Die Probleme wird Salihamidzic nicht los, er muss so oder so noch neue Stars verpflichten. Das neueste Gerücht aus Italien: Vizeweltmeister Ivan Perisic (30) von Inter Mailand sei ein heißer Kandidat. Den ehemaligen Wolfsburger und Dortmunder kennt Bayern-Trainer Niko Kovac als kroatischer Landsmann bestens.

Immer wieder fällt der Name Werner

Zudem in der Münchner Verlosung: Hakim Ziyech (26), der nach kicker-Informationen 35 Millionen Euro kosten würde und Steven Bergwijn, 21 Jahre alter niederländischer Nationalspieler. Sogar Philippe Coutinho (27) wird inzwischen mit den Bayern in Verbindung gebracht. Der Brasilianer war im Januar 2018 von Liverpool für insgesamt rund 160 (!) Millionen Euro zu Barca gewechselt. Dazu fällt immer wieder der Name Werner (23), dessen Zukunft in Leipzig weiter nicht geklärt ist.

In Cottbus am Montag wird Trainer Niko Kovac noch mit seinem aktuellen Mini-Kader vorlieb nehmen müssen. Für Salihamidzic kein Problem. „Wir haben uns sehr gut vorbereitet, haben gute Testspiele gehabt“, sagte er und ergänzte: „Jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht.“

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