Bischof Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart setzt die Gespräche mit dem Islamverband Ditib aus, hält aber grundsätzlich am Islam-Dialog fest. Foto: Horst Rudel

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart kritisiert die zu große Nähe des umstrittenen Islamverbands zum türkischen Staatschef Erdogan.

Stuttgart - Bischof Gebhard Fürst hat das direkte Gespräch mit dem umstrittenen Islamverband Ditib bis auf weiteres ausgesetzt. Das teilte die Diözese Rottenburg-Stuttgart unserer Zeitung mit. Grund: Ditib werde über die türkische Religionsbehörde Diyanet, „zunehmend für die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan instrumentalisiert“, so Heinz Detlef Stäps, zuständig für den interreligiösen Dialog.

Fürst stoppte die Gespräche bereits 2016. Die evangelische Landeskirche in Württemberg will indes am Dialog mit Ditib festhalten, auch wenn eine Unabhängigkeit von Erdogan „höchst wünschenswert“ sei, so Oberkirchenrat Ulrich Heckel. Grundsätzlich halten beide Kirchen am interreligiösen Dialog fest, an dem neben Ditib auch andere strikt konservative Muslimverbände teilnehmen. Dies stößt auf Kritik. „Mit Islamisten kann man nicht diskutieren“, sagt der Theologe Wolfgang Schwaigert.

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