Nicole Klauß wollte sich nicht mehr mit Apfelschorle, Wasser oder Softdrinks bescheiden. Jetzt hat sie ein Buch über alkoholfreie Alternativen zum Essen geschrieben. Foto: Volker Wenzlawski

Nicole Klauß wollte sich nicht mehr mit Apfelschorle, Wasser oder Softdrinks bescheiden. Jetzt hat sie ein Buch über alkoholfreie Alternativen zum Essen geschrieben.

Stuttgart -

Frau Klauß, wie sind Sie persönlich auf das Thema gekommen?
Mit dem Thema beschäftige ich mich schon länger, da ich Alkohol nicht besonders gut vertrage und daher immer schon wenig trank. Etwas konkreter wurde es in meinen beiden Schwangerschaften: Ich ging essen, meine Freunde wurden bei den Weinen auf das Ausführlichste beraten und mir wurde immer dieselbe Trias aus Apfelschorle /Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure) und den üblichen Softdrinks angeboten. Dann begann ich mich mit dem Thema zu beschäftigen, las viel und dann fand ich ziemlich schnell einen Verlag und dann wurde es konkret.
Sehen Sie einen Trend? Woran könnte das liegen?
Der Trend geht dazu, dass immer mehr Menschen mehr auf ihr Essen achten. Darauf, wo es herkommt. Auf die Produktionsbedingungen. Auf die Zutaten. Viele Menschen essen weniger Fleisch. Und immer mehr Menschen trinken keinen oder weniger Alkohol. Deshalb möchten sie aber noch lange nicht auf Genuss verzichten. Die Getränkeindustrie und auch kleine Start-ups reagieren darauf. Nie war die Vielfalt bei den Getränken ohne Alkohol größer. Das sehe ich als Zeichen, dass es sich hier um einen längerfristigen Trend handelt. Die Getränke werden raffinierter – es gibt Limonaden mit Gurke, mit Rosmarin oder mit Fichtennadelöl, sortenreine Apfelsäfte und Traubensäfte, Fruchtseccos und aromatisierte Wasser.
Ist man in anderen Ländern da weiter?
Tatsächlich ist man in Skandinavien, USA, Großbritannien und Australien schon deutlich weiter. Man hat erkannt, dass es nicht um Verzicht geht, sondern primär um Genuss.
Die Restaurants, so heißt es immer, verdienen am meisten mit dem Wein. Warum sollten sie nichtalkoholische Getränke anbieten?
Weil sie an einer erwachsenen Getränkebegleitung mehr verdienen als am Wasser. Je nach Restaurant kann die alkoholfreie Begleitung bis zu zwölf Euro kosten. Hochgerechnet auf sechs bis acht Gänge ist das finanziell sehr lukrativ. Natürlich ist es auch ein Risiko, individuelle Getränke herzustellen, weil man nie weiß, wie viele Gäste die alkoholfreie Begleitung wählen. Aber einen offenen Wein kann man auch nicht ewig anbieten. Außerdem ist eine alkoholfreie Begleitung – leider – immer noch eine Seltenheit. Restaurants mit alkoholfreier Begleitung bekommen eine besondere Aufmerksamkeit. Sie erreichen so ganz neue Kundenschichten.
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