Der angebliche Mord an dem regierungskritischen russischen Journalisten Arkadi Babtschenko in Kiew ist nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU eine Spezialoperation gewesen Foto: dpa

Der ukrainische Geheimdienst sät mit dem inszienierten Journalistenmord viel Misstrauen.

Kiew - Wie Wladimir Putin auf die Nachricht vom inszenierten Journalistenmord in der Ukraine reagiert hat, ist nicht überliefert. Die Vermutung liegt nahe, dass Russlands Präsident herzlich gelacht haben könnte. Denn während sich Ukraines Präsident Poroschenko über die „glänzende Spezialoperation“ im Fall des wiederauferstandenen Arkadi Babtschenko freute, war Putin wohl längst klar, dass die Ukrainer in diesem Verwirrspiel als Verlierer vom Platz gehen würden.

Der Fall macht die Ukraine zu einem fragwürdigen Partner

Der Kremlchef dagegen profitiert von der Entwicklung. Da ist zunächst das Misstrauen, das der ukrainische Geheimdienst mit seiner Aktion vor allem in der EU gesät hat. Kiew hätte nicht anschaulicher demonstrieren können, dass man westliche Werte und demokratische Prinzipien nicht verstanden hat. Die ukrainischen Behörden haben nicht nur die Bürger ihres Landes und ausländische Beobachter belogen. Sie haben auch Babtschenkos Familie, seinen Freunden und Kollegen Leid zugefügt.

Die Ukrainer haben im Fall Babtschenko vor allem bewiesen, dass nicht nur Putin „grüne Männchen“ auf die Krim entsendet, die sich später als russische Soldaten entpuppen. Sie selbst agieren nicht anders. Und genau das macht die Ukraine, die angesichts von Korruption und Oligarchen-Wirtschaft nicht den besten Ruf im Westen genießt, zu einem fragwürdigen Partner.

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